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Tuesday, October 8th 2013, 9:31pm

Winterreifen, Allwetterreifen, Schneeketten, Anfahrhilfen

Winterreifen
Winterreifen sind speziell auf den "Tieftemperaturbereich" ab + 7°C abwärts konzipiert.
Entsprechend grobe Stollen und weiche Material-Mischungen sollen gerade bei Winterfahrbedingungen optimalen Halt/Grip erzeugen.
In diesem Temperatur-Bereich sind sie deshalb allen anderen Reifenarten überlegen.

Eine Umgebung, in denen sie aber keine besonderen Vorteile mehr haben, ist auf (Glatt)Eis.
Da versagt die beste Reifentechnik, weil das Eis eben keinem Reifen eine Chance gibt. Keine , noch so gute, Reifenmischung findet darauf Halt.

Es gibt nur eine Reifenart, die dort optimal wäre: Spikes-Reifen.
Sie haben faktisch "Nägel eingearbeitet", die sich auch in Eis festkrallen können.
Die sind in Deutschland jedoch seit Jahrzehnten verboten. Der Grund für das "Deutschland-Verbot" ist: Sie verursachen viel zu hohe Straßenschäden (verglichen mit der Zeit, in der sie wirklich nötig/sinnvoll wären)

Allwetter-Reifen
Diese Reifen sollen den Spagat zwischen Winter- und Sommertemperaturen schaffen.
Das "Grunddesign" besteht aus einem Winterreifen, dem die "Sommerfähigkeit implantiert wird".

Leider besteht der Erfolg bisher nur darin, dass dieser Reifen WEDER für Winter NOCH für Sommer die idealen Eigenschaften besitzt.
Er hat leider durch das "Halbe-Halbe" auch die negativen Eigenarten beider Arten bekommen:
- "Nix gut für Sommer und regennasse Fahrbahn"
- "Nix gut für Tiefschnee und tiefe Temperaturbereiche"

Der jeweils "andere Jahreszeitenbereich" verhindert es, dass er "optimal in einer Disziplin" ist.

Die allgemeine weiche Mischung sorgt für schnellen Verschleiß. Die groben Stollen auf dem "Winterbereich" erhöhen das Abrollgeräusch und den Kraftstoffverbrauch. Die harten Stollen des "Sommerbereichs" verhindern , dass sie sich "wintergerecht" formen und anpassen können. Die (für einen Sommerreifen zu breiten und für einen Winterreifen zu schmalen) Rillen und Zwischenräume sorgen dafür, dass man schnell auf einem Wasserfllm aufschwimmen kann.

Schneeketten
Sie sind für die Grenzbereiche gedacht, in denen auch Winterreifen keinen Halt mehr finden - tiefer Schnee.
Doch egal wie gut die Schneeketten auch sind , so verschleißen sie unter anderen Bedingungen doch so schnell, dass man sie nie dauerhaft nutzen kann ( und auch nicht darf).
Sie geben effektivsten Halt bei tiefem Schnee. Wer jedoch schon einmal gesehen hat, wie gut "Blech rutscht" wenn man es auf einer glatten Oberfläche zum Halten bringen will, der kann sich lebhaft vorstellen, wie es aussieht , wenn man ein Auto mit Schneeketten auf einer nicht stark verschneiten Straße zum Stehen bringen will --> "ab durch die Mitte .. ohne Halt und Widerstand am Boden"
Ohne tiefen Schnee können sie ihre Vorteile eben auch nicht ausspielen.
Übrigens:
Schneeketten werden auf den Antriebsrädern montiert. Dort erzeugen sie die beste Wirkung. Nutzt ja nichts, wenn die Antriebsräder durchdrehen und die "Mitlaufräder" festen Halt im Schnee finden .. wenn sich sowieso nichts vorwärts bewegt ;)



Anfahrhilfen
Es sind kleine Kombinationen aus "Schnee-Kettchen" und "Mini-Spikes", die man einfach am Reifen anbringt, um das Auto dazu zu bewegen , "sich überhaupt zu bewegen".
Lange halten sie wirklich nicht. Wenn ich schon vom "hohen Verschleiß von Schneeketten" spreche .. dann kann man einer Anfahrhilfe schon fast dabei zusehen, wie sie sich während der Fahrt abarbeitet und "auflöst". Ein paar Kilometer auf normaler Straße und man kann faktisch die Reste der ehemaligen Anfahrhilfe an den Reifen baumeln und auf dem zurückgelegten Weg liegen sehen.
Für eine "kleine Notsituation" sind sie ideal. Danach müssen sie aber sofort wieder "runter" wenn sie nicht benötigt werden.

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Wenn man das liest wird man vielleicht denken wollen : "Irgendwie alles nicht das Wahre"
Korrekt. Ist es auch nicht. Eigentlich muss man bei jeder extremen Temperaturschwankung andere Reifen aufziehen lassen.

Wann und wo sind Allwetterreifen empfehlenswert ?
Einsatzgebiet für diese Reifen sind Regionen, in denen eigentlich fast nie "wirkliche Winterbedingungen" herrschen. Typische Regionen sind große Ballungsgebiete, deren Abstrahlwärme verhindert, dass ich üblicherweise zu viel Schnee bilden kann.
Bei "viel Schnee" sollte man dann eben auf den öffentlichen Nahverkehr zurück greifen können.

Im Sommer sollte man immer daran denken, dass diese Reifenart "nichts mit Wasser am Hut hat". Bei Starkregen muss man eben langsamer und vorsichtiger fahren als mit Sommerreifen. "Nur nicht hetzen lassen", dann sollte es im Normalfall auch problemlos klappen.

Hat man wirklich mal einen Winterausflug vor, kann man sich ja sicherheitshalber einen Satz Schneeketten mitnehmen.
OK. Das ist nur meine eigene Idee für "Winter-Notfälle". Immer noch besser, man zieht Ketten auf, als dass die Reifen sich sinnlos über dem Schnee durchdrehen wollen. Ketten bekommt man recht billig und man kann sie "einfach dabei haben". Helfen die Ketten nur aus einer solchen Notsituation heraus, dürften sie meinetwegen danach auch gern auseinander fallen.
Habe mir bei meinem letzten Fahrzeug mit Allwetterreifen mal so einen Satz billiger Ketten geleistet. Die 20 Euro war mir die Sache wert. Als ich sie dann aber wirklich brauchte, lagen sie 20 Km entfernt und ich kam einfach nicht dran. "Ja da liegen sie jetzt gut" *lach*
War natürlich "ziemlich dumm", sie nicht bei Winterbeginn in den Kofferraum zu legen. Ta.. so kann es eben passieren, wenn der "richtige Winter überraschend kommt"

Und dieser Winter damals hatte es "wirklich in sich"

Eigentlich liebe ich es ja, so durch den Schnee zu fahren.
Was hier so schön aussieht, ist aber schon ein Fall für Winterreifen gewesen.
winter01.JPG: 6300(Nokia),

Wie man sieht, kann es dann aber auch einmal "ganz dicke kommen".
Das"eingebuddelte Auto" war auch meins. Dieses Mal aber eins, das nur Allwetterreifen hatte.
winter03.JPG: 6300(Nokia),
In diesem Fall hätten aber auch keine Schneeketten mehr geholfen. Ein paar Stunden zuvor musste ich den Wagen nämlich erst ausbuddeln und mit Hilfe der Polizei aus der Parkbuch holen, damit ein großer Leiterwagen der Feuerwehr ans Hausdach konnte. Trotz Schneeketten hatte der aber keine Chance gehabt.


Da mag ich doch lieber ein kleines Landschaftsfoto. Es zeigt einfach nur, wie schön der Winter auch sein kann .. wenn man eben nicht unbedingt Auto fahren muss.
winter02.JPG: 6300(Nokia),

Foto 1 und Foto 3 wurden am gleichen Tag gemacht und zeigen die gleiche Straße aus zwei Blickrichtungen im Winter am Jahresanfang. Das Foto in der Mitte entstand im gleichen Jahr an Heiligabend.



Wen es interessiert:
Die Fotos wurden alle nur mit einer Handycam geschossen. Ein Handy mit defektem Bildsensor (weshalb ich oft die unschönen Streifen später wegschneiden muss). Sie ist der einzige "Fotoapparat" , den ich dauernd dabei habe und von dem fast alle Fotos von mir hier im Forum stammen. Am letzten Bild sieht man: Eigentlich braucht man keine "Super-Cam" .. nur im richtigen Moment auf den Auslöser drücken.
Selbstverständlich habe ich das eine Bild nicht aus dem fahrenden Wagen heraus geschossen. Die Straße ist wirklich so eng, dass man Notfalls einem Entgegenkommenden sofort Platz machen muss. Aussteigen ging also nicht... und am Ende der Strecke geht es recht steil bergab. Minuten später kam dann auch von dort ein Fahrzeug angeschossen, das die Steigung nur mit Anlauf geschafft hatte. Achtet man genau auf die Schneewälle an der Seite, stellt man fest dass sie weit über die Fensterhöhe hinausragen. Bereits der Jahresanfang brachte also recht viel Schnee ... wurde dann aber zum Jahresende noch einmal extrem übertroffen.

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