Eine der beiden Regierungsparteien möchte, dass Minijobs bereits ab dem ersten Euro abgabenpflichtig werden. Die andere lehnt es ab.
Was würde eigentlich passieren, wenn Arbeitgeber wirklich Sozialabgaben zahlen müssten ?
(aktuell zahlen sie nur eine geringe Pauschale , die den Arbeitnehmern auch nicht als Rentenzeit angerichtet wird)
1) Die Arbeitskraft würde sich drastisch verteuern
Bei einem Minijobber mit 450 Euro entstehen nur ein paar Euros an "Nebenkosten". Müsste ein Arbeitgeber jedoch alleine die Kosten für die Altersvorsorge tragen, wird dieser Betrag schon eine bedeutend höhere Summe.
Diese muss in die Kalkulation einfließen.
2) Waren und Dienstleistungen werden sich verteuern
Minijobber werden gerade dort eingesetzt, wo Arbeitgeber sparen wollen/müssen um wettbewerbsfähig zu sein. Firmen, die vorwiegend Minijobber einsetzen, müssen die Zusatzkosten dann wieder an anderen Stellen herein holen.
3) Arbeitsplätze gehen verloren und die Belastung steigt
Kann eine Firma die Zusatzkosten nicht an seine Kunden weitergeben, muss sie gleichzeitig mit einer erhöhten Abgabe Arbeitsplätze abbauen. Natürlich muss die Arbeit trotzdem "vom Rest" gemacht werden .. was jedoch zu erhöhter Belastung der Arbeitnehmer führen wird.
4) Erhöhte Belastung führt zu volkswirtschaftlichen Schäden
Überbelastung führt in der Regel auf Dauer zu mehr Ausfallzeiten durch Krankheit und anderen Abwesenheiten. Diese belasten die Sozialkassen. Nicht völlig auszuschließen ist auch, dass die Arbeitnehmer früher als sonst arbeitsunfähig werden und damit die Sozialsysteme belasten.
Was vielleicht am Anfang "gut klingt" ist eigentlich doch keine gute Lösung.
Die Rentenanteile sind dabei so gering, dass sie sich später nicht einmal nennenswert bemerkbar machen werden. Mit einem Minijob wird man nie wirklich seine Rente aufstocken können. Er ist dazu auch eigentlich nicht gedacht, sondern nur, damit man sich durch mehr Arbeit besser selbst versorgen kann.