Bahnstreik (vorerst) beendet

  • Im Güterverkehr startet der Lokführerstreik bereits heute. Für den Personenverkehr beginnt der Streik am 22.04. um 2 Uhr und endet Donnerstag um 21 Uhr.
    Das ist jetzt der 7. Streik der GDL , mit der sie ihre Macht in der aktuellen Tarifrunde demonstrieren will.


    Die GDL hat also teilweise ihr Wort gehalten: Der Streik wurde 24 Stunden vorher angekündigt - jedoch gab es bei den Gütertransporten keine Vorwarnung.
    Wer also gerade mal ein Paket per DHL erwartet, wird ein paar Tage länger warten, wenn es schon in einen der Wagons verladen wurde. Auch wer heute seinen Flieger erwischen will und seine Koffer per Bahn gesendet hat, sollte sich besser mal erkundigen, ob die Koffer auch zum Flieger kommen.


    Die weiteren Folgen des Streiks habe ich schon einmal unter Lokführerstreik und seine Auswirkungen beschrieben .

  • Und wieder geht es los...
    in nicht einmal einer 1/2 Stunde wird der Güterverkehr bestreikt. Morgen früh um 2 Uhr geht es mit dem Personenverkehr los.
    Die Streiks sollen dann bis Sonntag den 09.05. andauern.


    Streik Nummer 8 und das in nur einer einzigen Tarifrunde.
    "Der längste Streik, seitdem es die Bahn AG gibt".


    Aber nur keine Angst: Wenn die GDL ihren Willen bekommt, heißt es noch lang nicht, dass die Streiks auch aufhören werden.
    Die größere Gewerkschaft EVG hat auch schon mit Streik gedroht, wenn sie nicht bekommt was sie verlangt.


    So langsam sind das keine Streiks mehr. Der Sinn eines Streiks ist, dass man sich annähert . .. und nicht dass eine Seite sagt "ich will das aber haben und wenn ich das nicht bekomme, dann lege ich eben alles lahm".


    Was aktuell da abläuft, geht bald schon so langsam in Richtung Erpressung. So sieht es wenigstens für mich fast aus.
    Leidtragende sind die Bahnkunden (privat und gewerblich) und die Bahn büßt täglich zig Millionen Euros an Umsatz ein.


    Und was macht die Bahn, wenn die Streiks zu Ende sind ? Die Verluste wieder reinholen.
    Von wem kann sich jeder denken: Von ihren direkten Kunden und vom Staat = von uns allen.

  • Und schon wieder geht es los. Wieder beginnt der Streik heute um 15 Uhr im Güterverkehr und morgen (Mittwoch) wird der Personenverkehr bestreikt.
    1 ganze Woche konnte man ganz normal mit der Bahn fahren - wann das wieder so sein wird, ist offen. Diesmal gibt es nämlich einen unbegrenzten Streik.


    An mir wird die Bahn keinen Kunden verlieren. Ich bin sowieso auf das Auto angewiesen.


    Hier ist eine kompromisslose Gewerkschaft, die nur sagt "Mach was ich will, sonst machst du nichts mehr" und damit vorrangig den Bahnkunden Probleme schafft.


    Sie versucht den Schaden auch noch dadurch zu maximieren, dass sie die Streikgelder erhöht , damit noch mehr Mitglieder streiken. Jetzt soll es 100 Euro am Tag geben.


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    Beim letzten Mal haben sich manche Mitglieder "vor dem Streik gedrückt" indem sie sich krank gemeldet haben. So entstand ihnen kein Lohnausfall und sie waren weder Streikende noch Streikbrecher. Trotzdem haben sie "beim Streik mitgemacht", weil auch ihre Arbeitskraft fehlte.


    Jetzt können sie sich aber nicht mehr mit dem gleichen Trick erneut aus der Affäre ziehen. Jetzt müssen sie Farbe bekennen. Entweder streiken sie und bekommen weniger Geld oder sie gehen arbeiten und sind Streikbrecher.


    "Weniger Geld" ist natürlich Ansichtssache. Für umgerechnet 12,50 Euro die Stunde, gehen andere Menschen arbeiten .. und müssen jetzt sehen, wie sie überhaupt dahin kommen können.


    Im Juli tritt das neue Gesetz in Kraft. Dann gibt es keine Streiks mehr von Gewerkschaften , die in einem Betrieb die geringere Mitgliederzahl haben


    Der aktuelle Streik hat also eher damit zu tun, dass man sich "auf den letzten Drücker" möglichst viele Mitglieder sichern will, damit man dann später genügend Mitglieder hat - denn - als "zu kleine Gewerkschaft" hat die GDL dann demnächst nie wieder diese Streikmöglichkeit, mit der sie aktuell den Zugverkehr lahm legt.


    Kann man sehen wie man will. Solidarität endet in der Regel da, wo die persönlichen Nachteile auf Dauer überwiegen, damit andere mehr Vorteile bekommen sollen.
    Mit dem 9. Streik ( in den gleichen Tarifverhandlungen) ist der Bogen jetzt maßlos überspannt worden.


    Wenn der Streik über Pfingsten geht, wird er auch die Kurzurlauber betreffen. Die werden dann kaum Ausweichmöglichkeiten haben .


    Ich warte auf die erste Klage, mit der die GDL wegen "entgangener Urlaubsfreuden" als Schadensverursacher verklagt wird.

  • Zitat

    Der aktuelle Streik hat also eher damit zu tun, dass man sich "auf den letzten Drücker" möglichst viele Mitglieder sichern will, damit man dann später genügend Mitglieder hat - denn - als "zu kleine Gewerkschaft" hat die GDL dann demnächst nie wieder diese Streikmöglichkeit, mit der sie aktuell den Zugverkehr lahm legt.


    Das ist eine möglicherweise falsche Annahme. (siehe Links)


    Zitat

    ... ist der Bogen jetzt maßlos überspannt worden.


    Was für ein Bogen und in welche Richtung?
    Schon das neue Gesetz, welches im Juli in Kraft treten soll, ist schon sehr sehr fragwürdig und Klagen dagegen wird es zurecht geben.
    Nicht die GDL sondern die aktuelle Bundesregierung hat dies wie so vieles verzapft.


    Es geht um mehr, als in den meisten Medien immer dargestellt.
    Hier zwei Links mit ein paar Hintergründen zu den Steiks.
    - http://www.heise.de/tp/artikel/44/44842/1.html
    - http://www.heise.de/tp/artikel/44/44921/1.html


    Es lohnt sich, das ganze komplett durchzulesen.

  • Die Links enthalten ein Interview mit dem GDL-Chef und nicht vorrangig eine Drittmeinung


    Aktuell geht übrigens durch die Medien dass der Streik eventuell-angeblich heute um 19 Uhr beendet werden soll.
    Wenn das so wäre, wären die vorherigen Ankündigungen des GDL-Chefs pures Scaring und leere Versprechen gewesen:
    "Länger Streiken als vorher. 48 Stunden vorher wird das Streikende bekannt gegeben"


    Beides würde mit einem Streikende am heutigen Tag also nicht eintreten

  • Nachdem die Bahn und die GDL sich darauf geeinigt haben, dass sie faktisch nicht aufeinander zugehen können. herrscht jetzt erst einmal für einige Zeit wieder Ruhe.
    Mit dem Anrufen eines Schlichters herrscht für beide "Friedenspflicht" . Bis zum 17. Juni darf die GDL nicht mehr streiken , die Bahn aber auch nicht aussperren . Am 17.06. werden die Schlichter dann ihren Tarifvorschlag abgeben.


    ABER


    Die EVG hat ja gestern auch begonnen, erneut mit der Bahn zu verhandeln. Auch sie hat "so nebenbei erwähnt" , dass sie notfalls auch durch Warnstreiks darauf hinweisen wolle, dass sie kein "zahnloser Tiger" ist.
    Sie hat aber zugesagt, dass sie nicht über Pfingsten streiken werde.



    Wie sieht die Lage jetzt aus ?
    Die Bahn organisiert wieder ihre Fahrpläne und Züge neu , muss aber damit rechnen, dass ein Warnstreik eventuell schlagartig doch wieder alles lahm legt.
    Warnstreiks dauern nur ein paar Stunden , sorgen aber für ein ähnliches Chaos wie ein 1-tägiger Streik.


    und ...


    Wenn die EVG streikt, wird sozusagen alles lahm gelegt , weil sie vorrangig anderes Personal streiken lassen kann.
    Streikt das Personal in Stellwerken und Steuerungsanlagen, kann kein einziger Zug fahren - auch wenn der Rest des Personals einsatzbereit ist.