Behälter, in denen man etwas dauerhaft aufbewahren kann

  • Wer Kleinteile oder Flüssigkeiten über längere Zeit aufbewahren will, sollte sich auf jeden Fall vorher mit den Materialeigenschaften auseinander setzen.


    Flüssigkeiten aufbewahren
    Grundsätzlich sollte man Flüssigkeiten nur in Behältern aufbewahren, bei denen später keine Verwechslungsgefahr besteht. Gefährliche Flüssigkeiten dürfen nie mit Lebensmitteln verwechselt werden können. Sicherheitshalber sollte man sie zusätzlich mit Warnhinweisen versehen und mit Anweisungen, was zu tun ist, wenn es zu einem Unfall damit kommt.


    Farben und Lacke
    Sie müssen luftdicht abgeschlossen gelagert werden. Mit der Zeit setzen sich die Bestandteile am Boden des Behälters ab.
    Dreht den Behälter deshalb auf den Verschluss wenn ihr ihn lagert. Dadurch bildet die Farbe einerseits eine Masse, die den Behälter luftdicht macht. Andererseits sind die Farbpigmente dann oben und beginnen (beim nächsten Gebrauch) sich bereits beim Umdrehen des Behälters wieder mit dem Rest etwas zu mischen.


    Bei (zum Beispiel) Wandfarben dreht den Behälter einige Zeit auf den Kopf, damit die Farbe den Deckel luftdicht abschließt, und dreht ihn später wieder in die normale Position.
    Wandfarben bilden später eine "Haut", auf der eine Flüssigkeit schwimmt. Wenn ihr diese Haut vorsichtig entfernt, könnt ihr die Farbe trotzdem später noch benutzen.
    PS: Woraus die Haut besteht, kann ich nicht wirklich sagen. Ich vermute, dass es sich um Misch- oder Trennmittel handelt, die mit der Zeit aufschwimmen. Da man die Farbe aber später immer noch benutzen kann, sind sie wohl nicht so besonders relevant .. glaube ich *lach*


    Farben kann man in der Regel in Behältern aus allen Materialien aufbewahren. Wenn man Behälter aus Blech benutzt, müssen sie aber sehr trocken gelagert werden, damit sie nicht rosten. Der Rost könnte sonst den Inhalt, auf lange Sicht, unbrauchbar machen.



    Öle und Fette
    Öle und Fette greifen oft Kunststoffe an. Benutzt für sie nur Behälter, die auch dafür ausgewiesen sind. Hier kann man auch gut alte Kanister nehmen, in denen man vorher schon Öl gekauft hatte.
    Falls ihr keine Kunststoffbehälter nehmen wollt, könnt ihr auch welche aus Blech oder Glas nehmen. Achtet dabei darauf, dass sie luftdicht geschlossen werden können, damit die Fette/Öle nicht an/durch die Luft aushärten können.


    Kraftstoffe und Alkohol
    Die Behälter müssen speziell für Kraftstoffe ausgewiesen sein. Kunststoffbehälter bestehen aus besonderen Kunststoffen, aus denen nichts diffundieren kann. Kanister und Behälter aus Blech passen in der Regel für alle Kraftstoffe und auch für Alkohol. Sie werden nicht von ihnen angegriffen.
    Behälter für Kraftstoffe müssen eine Verschluss mit Ventil haben, das den Behälter entlüftet, so dass kein Überdruck entstehen kann. Gleichzeitig müssen sie eine entsprechende Berstsicherheit haben, damit sie einem entsprechenden Innendruck standhalten können ohne zu platzen.


    Behälter mit Kraftstoffen müssen immer in gut gelüfteten Bereichen gelagert werden. Durch die Ausgasungen/Dämpfe besteht sonst höchste Explosionsgefahr.
    Wegen der Explosionsgefahr sollte sich in dem Bereich auch keine elektrische Anlage befinden, die bei Aktivierung eventuell einen Funken abgeben könnte. Hierfür gibt es spezielle Schalter und Lampen.
    Immer an die gesetzlichen Sicherheitsauflagen zur Aufbewahrung von Kraftstoffen halten. Offene Flammen sind in solchen Bereichen sowieso immer tabu (verboten)



    Säuren, Laugen, chemische Stoffe
    Der Behälter muss gut verschlossen werden können. Glas ist für die meisten Stoffe die beste Wahl, weil es nur von wenigen angegriffen wird.
    Ist der Stoff lichtempfindlich, sollte es ein Behälter sein, der nur wenig Licht durchlässt (z.B. braunes Glas).
    Gast der Stoff aus (er verdunstet mit der Zeit) sollte der Verschluss luftdicht sein und/oder ein Ventil haben, das Überdruck verhindert. In diesem Fall muss der Behälter dann später in einem gut gelüfteten Bereich gelagert werden.


    Getränkebehälter aus Kunststoff oder Papier/Pappe (z.B. TretraPack) sind für alle Stoffe verboten, die Dämpfe abgeben. Plastikflaschen gasen aus und Gase aus dem Inneren können durch sie hinaus diffundieren. Das Material hält dem Inhalt nicht stand und der Inhalt kann später auch andere Eigenschaften bekommen.
    Selbst für "ungefährliche Flüssigkeiten" sind sie keine Behälter für eine Langzeitlagerung.


    Feste Materialien aufbewahren


    Teile aus Metall
    Metalle rosten, wenn sie Kontakt mit der Luft haben. Die Behälter sollten daher luftdicht abschließen.
    Eine optimale Lagerung erhält man, wenn man die Metallteile vorher noch einölt.
    Hierfür gibt es spezielle Lageröle, die genau auf den Zweck abgestimmt sind, am Material möglichst lange zu haften und es damit von der Luft abzuschirmen.


    Eine ähnliche Wirkung erhält man, wenn man den Behälter mit Öl füllt in das man dann später die Metallteile gibt.
    Da das Öl keinen Sauerstoff enthält, kann das Metall auch nicht rosten. Ist ein Behälter so gefüllt, benötigt er prinzipiell auch keinen Deckel. So lange das Metall "im Öl liegt" ist es vor dem Sauerstoff geschützt.
    (Weil das Öl dann aber Schwebeteile wie Staub und anderen Schmutz aufnimmt, empfiehlt sich besser doch ein Deckel. Damit kann man die Behälter auch stapeln oder besser transportieren)

    Teile aus Holz
    Holz trocknet aus und nimmt (Luft)Feuchtigkeit an. Der Behälter darf nicht luftdicht schließen, damit das Holz "atmen" kann.
    Wäre die Luftfeuchtigkeit am Tag der Lagerung relativ hoch, würde es sonst im Behälter "gammeln". Die hohe Luftfeuchtigkeit würde das Holz quellen und schimmeln lassen. Später ist es nicht mehr zu gebrauchen.
    Wäre die Luftfeuchtigkeit am Tag der Lagerung relativ hoch, würde das Holz im Behälter immer weiter Feuchtigkeit abgeben. Später wäre es dann rissig, brüchig und spröde. Auch dieses Holz wäre kaum noch zu benutzen.


    Hölzer sollte man weder im feuchten Keller noch auf dem trockenen Dachboden lagern, damit es nicht zu viel Feuchtigkeit aufnehmen oder abgeben kann. (Dauerhaft) Geschlossene Räume sind der Tod für alle Hölzer.
    Räume, die immer wieder gelüftet werden sind ideal für Holz. Der stetige Luftaustausch lässt das Holz "atmen" so das es sich die nötige Feuchtigkeit aus der Luft ziehen kann oder ein Zuviel an si abgeben kann.


    Teile aus Kunststoff
    Plastik ist nicht gleich Plastik. Wenn man es ganz genau nimmt, müsste man vorher wissen, aus welchen Bestandteilen sie bestehen.
    Oft genug sind die genauen Zusammensetzungen aber nicht einmal dem "Inverkehrbringer" bekannt und nur der Hersteller kennt sie wirklich.
    Die Zusammensetzungen sind es aber, auf die es am Ende ankommt.


    Ich gehe vom schlimmsten Fall aus:
    Kunststoff ohne UV-Stabilatoren und mit Weichmachern, die auf lange Zeit gesehen ausdünsten.
    Sie dürfen kein Tageslicht bekommen und müssen luftdicht gelagert werden. Beachtet man das nicht, hat sich der Kunststoff später zersetzt oder er ist völlig spröde geworden, sodass er bei der kleinsten Belastung bricht.


    Behälter ?
    Lichtundurchlässiger und luftdicht abgeschlossener Behälter aus Metall.
    So kann Kunststoff lange Zeit sicher gelagert werden .. bis der Metallbehälter irgendwann rostet und luftdurchlässig wird.
    Nimmt man einen Behälter aus Kunststoff, hat man das gleiche Problem wie mit den zu lagernden Plastikteilen selbst: Sie werden lichtdurchlässig, zersetzen sich, werden spröde und lassen Luft hinein. Damit würde man nur einen Zeitaufschub bekommen bis die zu lagernden Teile anfangen können, sich auch zu zersetzen usw.


    Info:
    Kunststofffolien ohne UV-Stabilisator zersetzen sich bereits nach einigen Monaten durch Kontakt mit Luft und Tageslicht. Spätestens dann haben sie keinerlei Schutzwirkung mehr. Solche Kunststoffe werden immer dann eingesetzt, wenn das Produkt in ihnen nur kurze Zeit gelagert werden darf/soll. Die Kunststoffe werden deshalb auch nur "just in time" hergestellt und können nicht "auf Halde" produziert werden.


    Gasförmige Stoffe aufbewahren
    Gasbehälter in privaten Haushalten sind eigentlich eine Seltenheit.
    "Relativ normal" sind noch Gasflaschen für Camping oder Grill. Auch Gaskartuschen für Campingkocher und Unkraut-Abbrenner gehören noch zum "Normalbereich".
    Gasflaschen für Schutzgasschweißgeräte gehören aber schon eher zu den Raritäten und die Besitzer müssten es auch weitere Hinweise wissen, was zu beachten ist.


    Ganz wichtig !
    Gas füllt man nie, nie, nie selbst in andere Behälter um. Dazu sind nur Spezialbetriebe in der Lage. Wenn ihr also einen Behälter mit einem Gas habt, geht zu einem Betrieb, der auch Gase verkauft.
    Der kann euch das Gas in einen anderen Behälter umfüllen.


    Gasbehälter sollten regelmäßig auf ihren Zustand überprüft werden. Eigentlich ist das die Aufgabe für einen Spezialisten. Wer aber eine Gasflasche zu Hause hat, die er hin und wieder einsetzt, sollte selbst auch immer auf ihren Zustand achten.


    Da die Druckbehälter fast immer aus Metall bestehen (andere sind mir eigentlich nicht bekannt, aber man kann ja nicht alles wissen *zwinker* ) sind sie immer auch sehr empfindlich gegen jegliche Feuchtigkeit.
    Gasbehälter bewahrt man nur in gut gelüfteten Räumen auf. Gleichzeitig sollten sie höher gelagert werden, damit sie nicht durch Bodenfeuchtigkeit beeinträchtigt werden können.
    Besorgt euch mindestens eine alte Palette oder einen Rost unter dem die Luft zirkulieren kann. Da drauf könnt ihr eure Gasflaschen stellen.


    Wenn ihr Rost seht oder ein Zischen hört, nehmt die Gaskartusche oder Flasche und tauscht sie gegen eine neue um. Der Fachbetrieb kann euch auch den noch vorhandenen Inhalt umfüllen.
    Tauscht die Flasche auch aus wenn Anschlussschläuche spröde werden. Wenn beide gleich alt sind, kann auch die Dichtung der Flasche spröde sein/werden.


    Wenn Säuren schon gefährlich sind, dann ist mit Gasen überhaupt nicht mehr zu spaßen.
    Die meisten Gase sind schwerer als die Luft und verhalten sich wie eine Flüssigkeit. Wie Wasser füllen sie den Raum von unten nach oben. Wenn du endlich die "Nase dran bekommst", stehst du bereits bis über den Hals im Gas. Jeder Atemzug kann dich töten.


    Das ganz Fiese ist....
    wenn du ein Gas einatmest, das schwerer als die Luft ist, kannst du es auch nicht mehr ausatmen. Mit jedem Atemzug, und mit jedem Versuch zu husten, füllt sich die Lunge immer weiter mit dem Gas. Du kannst binnen weniger Minuten ersticken .. und gerade wenn du im Reflex nach Luft schnappst, kann das den Vorgang sogar noch beschleunigen.


    Solltest du wirklich einmal den Verdacht haben, dass sich im Raum Gas befindet, verlass ihn sofort und schließe die Tür hinter dir. Halt die Luft an und atme nicht weiter bis du ganz genau weißt, dass du in einem ungefährlichen Bereich bist.
    Dadurch kannst du nicht aus Versehen noch mehr von dem schweren Gas einatmen. Du hast nur das bisherige Quentum in der Lunge. Das kannst du noch los werden.
    - Wenn du gelenkig bist, mach einen Handstand und atme dabei ganz tief aus und ein. Dabei fleißt das schwere Gas (wie Wasser) aus der Lunge.
    - Wenn du nicht mehr so beweglich bist, lege dich flach auf den Boden, gehe dann auf die Knie und "Hintern hoch". Die Schultern müssen weiterhin am Boden bleiben. Auch dadurch kommt die Lunge oberhalb von Mund und Nase aus denen das Gas dann wieder abfleißen kann.
    Die Haltung mag dann vielleicht lächerlich aussehen. Das ist aber egal. Besser lächerlich aussehen als wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft schnappen und trotzdem ersticken


    Warum habe ich das nicht in den "Sicherheitsbereich" geschrieben ?
    Wer leichtsinnig oder routiniert mit Gasen umgeht, wird sich das Lesen von "Sicherheitsanweisungen" sparen. Man denkt, man weiß es sowieso .. hat aber etwas übersehen oder nicht daran gedacht.
    Wer also bis zum Schluss gelesen hat, hat "irgendein Interesse" Gase aufzubewahren. Sicherheit hat vielleicht nicht interessiert .. die bekommt er dann aber eben hier "vor den Latz geknallt" :P;)


    Ja, ich scheue auch nicht vor fiesen Tricks zurück, um auf Gefahren aufmerksam zu machen. Bin manchmal eben nicht nur :opa: oder :joker: sondern auch :teufel: *lach*

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