Heute findet man Mikrofaser überall. Von Putztüchern bis hin zu Kleidungsstücken. Das Gewebe ist nicht besonders teuer aber sehr praktisch.
Als die WUnderfaser auf den Markt kam, war das aber ganz anders. Damals zahlte man schnell mehrere 10 Euro-Scheine für einen mittelgroßen Lappen aus Mikrofaser.
Was machte die Faser denn so teuer ? Natürlich waren es zunächst die sagenhaften Eigenschaften, die dem Material zugeschrieben wurden.
- Man braucht keine Putzmittel mehr
Pures Wasser plus Mikrofaser, das genügt für alles.
- Man kann es wirklich für alles benutzen
Kein Schmutz ist hartnäckig genug um der Mikrofaser zu widerstehen.
- Man kann damit sorglos scheuern, ohne dass man etwas beschädigt
Für jedes Material und jede Gelegenheit geeignet.
Putzmittel-Konzentrate waren damals noch nicht auf dem Markt. Man gab noch relativ viel Geld aus, mit Unmengen an Putzmitteln diverse Arten von Schmutz zu entfernen. Da war natürlich ein Argument ein "besonderes Tuch" zu kaufen - egal wie teuer es auch war.
Heute wissen wir es natürlich längst besser:
Mikrofaser ist nicht das versprochene Wundermaterial mit dem man Putzmittel sparen kann. Es macht das Putzen zwar einfacher, kann jedoch Putzmittel nicht ersetzen.
Und wie funktioniert Mikrofaser nun beim Putzen und wieso ist es einfacher, damit Schmutz zu entfernen ?
Mikrofaser besteht grundsätzlich aus kleinen Härchen, die separat vom Tuch abstehen. Sozusagen wie eine Miniatur-Bürste. Bei normalen Stoffen gibt es dagegen eine geschlossene weiche Oberfläche, bei der die Fasern miteinander verbunden sind.
Weil die einzelne Fasern von der Mikrofaser abstehen, haben sie auch eine viel größere Oberfläche.
Da die Oberfläche der einzelnen Härchen viel rauer ist, wirken sie wie eine Scheuerfläche. Gleichzeitig können sie viel mehr Wasser aufnehmen und trocknen auch viel schneller, weil die Luft die Feuchtigkeit direkt von jeder einzelnen Faser aufnehmen kann.
Mikrofaser ist also wirklich ein wunderbarer Stoff, der viel mehr Möglichkeiten als andere Stoffe bietet.
Wieso hat man damals eigentlich gedacht, man würde keine Putzmittel mehr benötigen ?
Die raue Oberfläche hat natürlich wie ein Scheuermittel gewirkt. Die "Wunderwirkung" basierte also nur auf dem rein mechanischen Abrieb, den man erzeugte.
Es ist klar, dass es nicht besonders lange dauerte, bis man vom "nur Wasser" abkam und dann doch wieder Putzmittel verwendete. Durch die mechanische Wirkung der Fasern sparte man aber trotzdem noch Putzmittel.
Wieso soll man Mikrofaser nicht mit Weichspüler behandeln ?
Weichspüler umschließt jede einzelne Faser und nimmt ihr die Rauigkeit. Gleichzeitig vermindert er die Aufnahme von Feuchtigkeit.
Mikrofaser weichgespült verliert also alle Eigenschaften die sie von normalen Stoffen unterscheidet. Zum Glück hält das jedoch nicht lange an. Ein paar mal gut mit Reinigungsmitteln durchgespült und die Faser bekommt wieder ihre gewünschte Eigenschaft. Schade um den Weichspüler, den man danach extra wieder entfernen muss.