Bei extremer Trockenheit nicht den Rasen mähen

  • Dieses Jahr herrschte in vielen Gebieten Deutschlands eine extreme Trockenheit. Sie war teilweise so heftig, dass man sogar über ehemaligen Rasenflächen Staub aufsteigen sehen konnte.


    Die "oberste Pflicht eines Rasenbesitzers", ist natürlich, dass der Rasen im Sommer immer regelmäßig gemäht werden muss.
    Das Mähen sorgt dafür, dass die Halme nicht umbiegen und den anderen das Licht zum Wachsen nehmen. Der Rasen wächst immer wieder nach und wird dichter und dichter.


    Wenn es jedoch kein Wasser für das Wachstum gibt, ist Mähen jedoch das Schlimmste was man dem Rasen antun kann.
    Woher soll der Rasen denn das Wasser und die Nährstoffe nehmen, um sich am Leben zu erhalten und immer wieder die Halme nachwachsen zu lassen ?
    Wer bei extremer Trockenheit den Rasen mäht, sorgt nur dafür, dass der Rasen völlig abstirbt. Anstatt, dass er das Wachstum einstellt, "powert" er alle Ressourcen nach oben in die Halme, die dann alles sofort wieder an die Luft abgeben und vertrocknen.


    Als die Trockenheit begann, machte ich mir auch so meine Gedanken darüber. Ein gut gemähter Rasen sieht besser aus, aber wenn nichts wächst, gibt es auch nichts zu mähen.
    Die längeren Halme schützen die Erde sogar noch davor, schneller durch die Sonne auszutrocknen.
    "Ab jetzt wird nicht mehr gemäht. Basta !"


    Ein Nachbar machte sich die gleichen Gedanken und hörte auch auf damit, den Rassen weiterhin zu mähen.
    Auf den ersten Blick "verwahrlosten" die beiden Rasenflächen ... aber .. irgendwann kam auch der nächste Nachbar auf die gleiche Idee und beendete das sinnlose Rasenmähen.


    Wie mir der erste Nachbar berichtete, machten andere unentwegt weiter mit dem Mähen ihres Rasens. Alle 2 Tage wurden die Rasenmäher angeworfen und wirbelten nur noch riesige Mengen an Staubwolken auf. Es gab nichts mehr zu mähen. Die Messer der Mäher wühlten nur noch im Staub herum. Die Rasenflächen waren fast nur noch ganz kurze vertrocknete Halme.


    Als die sengende Sonne etwas nachließ, begann mein Rasen wieder langsam immer etwas grüner zu werden. Die ersten grünen Halme sprießten wieder, auch wenn es noch nicht wieder geregnet hatte.
    Nach und nach belebten sich auch die anderen Rasenflächen so langsam wieder. Ganz leichter Regen reichte schon aus, dass die Wurzeln wieder genügend Nährstoffe dazu bekamen.


    Die, die stur nach Regel weiterhin den nackten Erdboden gemäht hatten, stellten die Frage "Wieso wächst bei euch der Rasen plötzlich wieder ? Ihr habt doch nichts gemacht "
    Ja, GERADE weil wir nichts gemacht hatten (was dem Rasen schadete) fing er ganz von selbst wieder an zu wachsen.


    Natürlich fangen nun auch die Ersten wieder mit dem Mähen an.
    Ich habe es als Erster aufgehört und werde auch der Letzte sein, der wieder damit beginnt. Ich behandele den (alten) Rasen jetzt so, als wenn er ein neuer wäre. Die frischen Halme sollen erst stark genug werden .. und außerdem reicht die Regenmenge immer noch nicht aus, um ihn genügend mit Wasser versorgen zu können. Ich gebe ihm jetzt noch eine Woche, in der der Boden genügend Wasser aufnehmen kann, um den Rasen wieder versorgen zu können.


    Tipp:
    Wenn nicht erkennbar ist, dass das Ende einer aktuellen Trockenheit bald ein Ende haben wird: Möglichst früh das Mähen einstellen.
    Spätestens, wenn nur wenig Grün nachwächst, während ein Großteil der Fläche vertrocknet, ist die Zeit gekommen, abzuwarten bis sich die Lage wieder bessert.
    Künstliche Bewässerung sollte nur vorgenommen werden, wenn genügend vorher gesammeltes Regenwasser dafür zur Verfügung steht. Auf gar keinen Fall kostbares Trinkwasser dafür verschwenden, damit man einen grünen Rasen behält.