Abschleppkosten und wie man weiter vorgeht

  • Wenn man einen professionellen Abschlepper rufen muss, wird es in der Regel teuer. In vielen Städten gibt es sozusagen einen Einheitstarif, den alle Unternehmen verlangen.


    Die Tarife setzen sich aus Anfahrtkosten, den reinen Abschleppvorgang und diversen Formalitäten zusammen.


    Anfahrtkosten

    Die Anfahrtkosten fallen auch dann an, wenn sich herausstellt, dass das Fahrzeug doch noch fortbewegt werden konnte. Hierfür gibt es oft Pauschalen, die dann fällig werden. Für diese Leerfahrt werden oft schon bis zu 150 Euro berechnet.


    Abschleppen innerhalb der Stadt

    Professionelle Abschleppunternehmen können bis zu 250 Euro verlangen.

    Automobilclubs berechnen bis zu 180 Euro, wenn man kein Mitglied ist.

    Werkstätten von Automarken erledigen die gleiche Aufgabe schon für 80 Euro, wenn der Wagen zu ihrer Werkstatt geschleppt werden soll.

    Freie Werkstätten holen sich die Kunden schon ab 20 Euro ins Haus.


    Was man immer bedenken sollte

    - Für Abschleppunternehmen ist der Abschleppvorgang die eigentliche Aufgabe und auch Einnahmequelle. Man bestellt sie und sie bringen den Wagen dahin wo du möchtest.

    - Automobilklubs schleppen nur bis zu einer Werkstatt in nahem Umkreis. Danach endet die Aufgabe.

    - Der Markenhändler möchte bevorzugt Fahrzeuge seiner Marke reparieren. Er ist faktisch der Garant dafür, dass eine Reparatur auch wirklich durchgeführt werden kann.


    - Die freie Werkstatt holt sich erst einmal den Kunden ins Haus und hofft darauf bzw. rechnet damit, dass sie den Fehler auch beheben kann. Kann sie ihn jedoch nicht beheben, muss das Fahrzeug von dort wieder weggeschleppt werden. Hier ist nicht sicher gestellt, dass man für den zweiten Abschleppvorgang auch erneut den günstigen Hol-Tarif bekommt.


    Meine Empfehlung, wenn ein Wagen abgeschleppt werden muss

    1) Zuerst herum telefonieren, welche Werkstatt den aufgetretenen Fehler auch beheben kann.

    "Der Wagen muss erst einmal zu uns" zeugt eher davon, dass man den Fehler nicht kennt. Es gibt "ganz typische Fehlerquellen". Die sollten schon gekannt oder genannt werden.

    - "Das ganze Armaturenbrett muss runter" ist schon einmal eine positive Aussage. Da ist Ahnung vorhanden.

    - "Wir müssen den Fehler erst suchen und finden" bedeutet, dass hohe Kosten auf dich zukommen. Fehlersuche ist reine Arbeitszeit und du Werkstatt bestimmt, aus welcher Richtung sie mit der Suche beginnt.


    2) Die Werkstatt soll, ganz grob, die anfallenden Kosten schätzen

    Jede Werkstatt hat feste Stundensätze. Markenwerkstätten haben feste Zeitvorgaben für bestimmte Arbeiten, Das ist sozusagen eine Pauschale, die immer anfällt. Braucht die Werkstatt länger, geht es zu ihren Lasten. Ist sie schneller hat sie einen Vorteil davon.

    Wenn man ganz grob die nötige Arbeitszeit kennt, kann man sich die Kosten selbst ausrechnen, wenn man den Stundensatz kennt.


    3) Nachfragen, ob die Werkstatt den Wagen abholen kann oder sogar direkt an Ort und Stelle reparieren kann

    Bestimmte Marken haben Servicemobile im Einsatz. Die können das Fahrzeug oft direkt reparieren und man spart sich das Abschleppen. Das Abschleppen selbst kann durchaus günstiger sein als bei einem Abschleppunternehmen.


    Erst wenn du alle nötigen Informationen hast, meldest du dich wieder zurück. Vorher sagst du nichts dazu und erteilst auch keinen Auftrag zu irgendetwas !


    Das Ratgeber---Forum hat ein paar Offline-User, die immer mal wieder von Problemen berichten und dann, ohne lange nachzudenken, "einfach mal machen".

    In einem aktuellen Fall lagen die Angebote von für das Abschleppen vor. Ohne jedoch sicher zu stellen, ob das Fahrzeug in der Werkstatt überhaupt repariert werden kann und zu welchen Kosten, wurde die "20-Euro-Version" genommen. 

    Mir persönlich ist die Werkstatt für Pfusch und Manipulationen bekannt und dass jeder einen anderen Stundenlohn berechnet bekommt. Für mich ist das keine Grundlage für einen Reparaturauftrag.