Mutti mach den Ofen an. Wir wollen jetzt Strom speichern

  • Klingt irgendwie lustig, könnte aber dem Prinzip der neuesten Erfindung, Strom zu speichern, ziemlich nahe kommen.

    Wer einmal einen Nachtspeicherofen von innen gesehen hat, kennt das Prinzip schon: Über Heizschlangen werden Steine erhitzt, die dann über Stunden hinaus die Wärme wieder abgeben.


    Das "neue Prinzip", Strom zu speichern, funktioniert exakt auf die gleiche Weise:

    Eine riesige Menge (im Test sind es 1000 Tonnen) besonders ausgewählten Gesteinen, wird mit überschüssigem Strom durch Heißluftgebläse aufgeheizt. Eine Woche lang kann man auf diese Art "Strom speichern".


    ... das klingt natürlich viel besser als zu sagen "wir brauchen eine Woche, bis die Steine die nötige Temperatur haben"...


    Sobald die Kapazitätsgrenze erreicht ist (die Steine sind heiß genug geworden) kann die Wärme wieder abgeführt und in Strom umgewandelt werden. Dazu muss man nur kalte Luft zuführen, die sich an den Steinen erwärmt und der in einem weiteren Verfahren die Wärme wieder entzogen und zu Strom zurück gewandelt wird.


    ..........


    Hat nicht mal irgendjemand gesagt, Wasserstoff als Energieträger wäre uneffektiv ?


    Wie viel Strom kann man wohl in Steinen "speichern" und zurückgewinnen ?

    Die riesigen Ventilatoren für die heiße und die kalte Luft verbrauchen selbst ja auch eine Unmenge an Strom. Der Energiewert, der gespeichert wird, ist jedoch nur die reine Wärmeleistung.

    Dann braucht die Anlage, die die Wärme entzieht und dann wieder zu Strom umwandelt, auch selbst wieder Strom.


    Es klingt ja so herrlich, dass man Hunderte Megawatt an Strom in Gestein speichern kann ... aber wohl nur, wenn man den Verbrauch der Anlage außer Acht lässt. Was wirklich netto-netto an Strom dabei heraus kommt, wird wohl besser nicht veröffentlicht.


    Um mal wieder zum Wasserstoffvergleich zu kommen:

    Wenn Wasserstoff einmal erzeugt wurde, kann man ihn theoretisch unbegrenzt lagern. Es entsteht ein neuer Stoff, der bei Bedarf jederzeit wieder zu Energie umgewandelt werden kann.

    Sind die Steine aber genügend aufgeheizt, geht die darin gespeicherte (Wärme)Energie unweigerlich immer weiter verloren.

    Ein glühender Haufen Steine, der irgendwann doch wieder kalt wird. Nur die schiere Masse kann verhindern, dass die Wärme schneller verloren geht als man sie wieder zurück wandeln und nutzen kann.


    Also lasst uns gleich mal die Alpen aufheizen. Schließlich war doch schon in den 1980er Jahren von "Glühenden Landschaften" die Rede ... autsch ... was ein Buchstabe doch ausmacht. Natürlich hieß es "Blühende Landschaften" :P;)