Zölle sind für Verbrauchende immer schlecht

  • In Land A ist die gleiche Ware erheblich teurer als in Land B. Land A bleibt also auf seinen Waren sitzen, während in Land B die Wirtschaft brummt.


    Land A könnte jetzt dafür sorgen, dass die Ware in seinem Land auch günstiger wird.

    Dazu müsste es aber in den Markt eingreifen. 

    Es hätte also keine freie Marktwirtschaft mehr, in der Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen.

    Zusätzlich besteht die Gefahr, dass sich die eigene Wirtschaft in Land B ansiedelt, wo sie erheblich mehr verdienen kann


    Es könnte auch die Kosten senken, sodass die Ware günstiger abgegeben werden kann

    Es gibt aber keine Garantie dafür, dass günstigere Produktionskosten auch weitergegeben werden

    Viel zu oft werden sinkende Kosten einfach als "Gewinnmitnahme" betrachtet.


    Es kann der eigenen Wirtschaft auch, mit Auflagen, extra Geld geben, damit die Preise gesenkt werden.

    Das nennt sich dann "Subvention" und ist eigentlich für Hersteller und Verbraucher gleich gut - aber -

    Land A muss die Subventionen dann wieder mit Steuererhöhungen ausgleichen. 


    Land A kann aber auch einfach dafür sorgen, dass die günstigen Waren aus Land B teurer werden

    Man verlangt also so viel Zollgebühren und Sondersteuern, bis die günstige Ware ähnlich teuer wie Ware aus dem eigenen Land wird.

    - Die Wirtschaft freut sich, weil sie weiterhin genauso viel verdient wie vorher.

    - Land A freut sich, weil durch Zoll und Sondersteuern viel mehr Geld in die Landeskasse fließt als vorher

    - Die Verbrauchenden müssen für die Ware aus Land B nun erheblich mehr als vorher bezahlen.


    In der Folge spielt es für sie keine Rolle mehr, aus welchem Land die Ware kommt. Sie zahlen doch sowieso das Gleiche.

    Die Wirtschaft in Land A wird also viel mehr der eigenen Waren absetzen und die Steuereinnahmen des Landes werden zusätzlich noch einmal steigen.

    "Friede, Freude, Eierkuchen" - nur die Verbrauchenden schauen in die Röhre

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    Innerhalb Europas gibt es mittlerweile solche Zölle und Sondersteuern zwischen den Ländern nicht mehr. 

    Es begann 1834 mit dem "Deutschen Zollverein".

    1951 wurde die "Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl" (EGKS) gegründet

    1957 wurde dann die "Europäische Wirtschaftsgemeinschaft" (EWG) gegründet.

    1993 entstand daraus dann die "Europäische Gemeinschaft" (EG)


    In Europa hat es also fast 200 Jahre gedauert, bis sich eine gemeinsame Wirtschaftszone gebildet hatte, in der man keine gegenseitigen Zölle mehr brauchte und die Verbrauchenden dadurch keine Nachteile mehr hatten. :thumbup:


    Das alles geschah im Rahmen einer zunehmenden Globalisierung, bei der Länder und Wirtschaftszonen immer mehr miteinander verbunden und voneinander abhängig wurden.


    Zu Beginn der ersten weltweiten Pandemie 2020, erwiesen sich jedoch die engen wirtschaftlichen Verflechtungen und Abhängigkeiten voneinander als Nachteil. Spätestens seitdem wird wieder überall versucht, die Anhängigkeiten voneinander zu lösen.

    Zölle zwischen Ländern und Wirtschaftszonen erleben wieder ein Comeback.:thumbdown: