Schneeschaufeln - aber richtig (Teil 2)

  • Unter Schneeschaufeln - aber richtig hatten wir ja schon alles aufgezählt, was wichtig sein könnte.


    Der Winter im Januar 2026 war wieder einmal eine Besonderheit, bei der dann neue Fragen/Probleme/Lösungen aufgetaucht sind.


    Es muss gestreut werden. Welche Mittel sind wirklich nachhaltig?


    Split / kleine Steine

    Sie haben in Schnee den höchsten Grip. In Schnee gestreut, werden sie mit jedem erneuten Schieben jedoch auch immer wieder mit weggeschoben werden. Ein regelmäßiges Wiederauffüllen ist also obligatorisch.

    Beginnt es aber zwischendurch zu tauen, sinken sie durch das höhere Gewicht auch schneller nach unten.

    Sie liegen dann im Tauwasser und wenn es über Nacht wieder friert, sind sie faktisch vom Eis umschlossen und haben keine Wirkung mehr.


    Ist die Schneesaison dann vorbei, kann man die Steinchen zusammenfegen und im nächsten Jahr erneut verwenden.

    Problematisch ist es nur, wenn die Steinchen auch in Randstreifen und angrenzenden Gartenbereichen gelandet sind. Einerseits hat man dann das ganze Jahr seine Freude daran und andererseits wird man auch nur einen Bruchteil "wiedergewinnen" können, die man dann für das nächste Jahr einlagern kann.


    Sand

    Der Grip ist geringer als der von Split. Im Endeffekt ist es auch ein Totalverlust. Man wird den Sand nur selten /durch Zusammenfegen) wieder zurückgewinnen können. Auf Eis ist die Wirkung jedoch langanhaltender als die von Split.

    Die kleinen Steinchen werden auf Fußwegen doch immer wieder an andere Stellen geschoben, während der Sand dort liegen bleibt, wo er gestreut wurde.


    Nach der Schneesaison bleiben (wenn überhaupt) nur geringe Reste zurück. Es macht aber auch nichts aus, wenn der Sand dorthin gekommen ist, wo man alles "nett und frei" haben möchte. Sand im Boden kann durchaus sogar positive Wirkung haben.


    Salz

    Salz taut Eis und Schnee auf. Das funktioniert bis ca. -10°C. Danach hat es kaum noch irgendeine Wirkung. Bei richtig kalten Wintern kann es also nicht eingesetzt werden.

    Salz löst sich auf, sodass man immer wieder nachstreuen muss.

    Die Schädigung von Pflanzen und Umwelt durch Salz ist ein zusätzliches Thema. Aus diesem Grund ist das Streuen von Salz oft nur in ganz begrenzten Bereichen erlaubt.


    übrigens ....

    Kein Salz aus der Küche benutzen. Es ist viel zu fein, um eine weitreichende Wirkung zu haben. Streusalz ist größer und löst sich dadurch auch nicht so schnell auf. Zudem ist es auch noch ist es auch "feucht" und man braucht deshalb erheblich weniger.



    Winterdienst = man muss immer dran bleiben


    Sobald etwas Schnee gefallen ist, sollte man ihn wegschieben. Dazu muss man aber nicht immer auch unbedingt "auf den Grund gehen".

    Es reicht, wenn man den Schnee oberflächlich beseitigt.

    Hat man morgens Schnee geschoben, taut der Rest im Laufe des Tages oft von selbst weg.


    Was bis abends hinzugekommen ist, sollte man besser auch noch wegschieben.

    Dann hat man morgen nur das zu entfernen, was neu hinzugekommen ist.


    Auch wenn der Schnee scheinbar von alleine wegtaut, sollte man ihn trotzdem noch beseitigen

    Wenn es nämlich über Nacht friert, friert der liegengebliebene Schnee zu einer Schicht, die man teilweise nicht mehr wegbekommt.

    Dann ist er zu einer Eisfläche geworden, die man immer wieder abstreuen muss.


    Auf den Wetterbericht achten

    Wenn über Nacht Frost angesagt ist, auf jeden Fall abends noch einmal schieben.


    Sind für die nächsten Tage höhere Temperaturen angesagt, kommt es auf die Temperatur an:

    Bis +4 °C kann es durchaus auch noch mehr Schnee geben.

    Bei sehr viel höheren Temperaturen kann man das Schneeräumen erst einmal einstellen.


    Nutz aber das Tauwetter aus, um dann noch einmal "Klarschiff zu machen". Der Schnee ist zwar nass und schwer, lässt sich aber doch problemlos beseitigen. Jetzt kannst du das noch entfernen, was eventuell vorher nicht zu schaffen war.

    Sollte es dann erneut zu schneien beginnen, geht alles viel einfacher und müheloser.



    Die richtige Art, Schnee zu schieben

    Halte deine "Schneeräumwerkzeuge" dort bereit, wo du auch mit dem Schneeräumen beginnen willst.


    Wenn du erst durch den Schnee stapfst, wird du später merken, dass du an genau diesen Stellen Flächen hast, an denen du den Schnee nicht mehr so mühelos wegbekommst. Zudem musst du vorher auch Stiefel anhaben, damit du keine nassen Füße bekommst.


    Wenn du aber "direkt vor dir her" schiebst, kannst du mit ganz normalen Straßenschuhen den Schnee wegräumen. Du läufst ja nur in dem Bereich, von dem du gerade den Schnee entfernt hast.


    Wenn du beim späteren Abstreuen jetzt noch rückwärts gehst, hast du auch weiterhin saubere Schuhe und trägst dir nicht den Dreck ins Haus.

  • Wann Schneeschieber und wann Schneeschaufeln zum Einsatz kommen


    Schneeschieber

    Man schiebt den Schnee vor sich her bis zu einem Bereich, an dem er gelagert wird. Für das Schneeschaufeln sind Schneeschieber nur bedingt tauglich.

    Die Stiele sind nicht gut genug an der Schieberplatte befestigt + die Platte ist oft auch nicht auf das Heben von Gewichten ausgelegt.

    Das ist der Grund, weshalb sich die Alu-Platten von leichten Schneeschiebern verbiegen und die Platten aus Kunststoff sogar brechen können.


    Schneeschaufel

    Wie der Name schon sagt, sind sie auf das Schaufeln ausgelegt. Zum Schneeschieben sind sie nur bedingt geeignet.

    Beim Schneeschieber gibt es keine Begrenzung zur Seite. Der Schnee kann also "seitlich ablaufen".

    Bei der Schneeschaufel "staut sich alles vor der Schaufel". Man kann daher nur so weit schieben, wie man genügend Kraft dafür aufbringen kann.


    Im Idealfall schiebt man den Schnee mit einem Schneeschieber soweit es geht und schaufelt ihn dann mit einer Schneeschaufel dorthin, wo er bis zum Frühling bleiben kann.



    Trockener Schnee - nasser Schnee


    Trockener Schnee

    Er ist so leicht, dass der Wind ihn auch von anderen Bereichen heran wehen kann. Dafür lässt er sich schnell und mühelos beseitigen.

    In ein paar Minuten ist die Arbeit getan.


    Nasser Schnee

    Er bleibt "am Ort und Stelle", da er sehr viel mehr Wasser als trockener Schnee enthält und deshalb auch sehr viel schwerer ist.

    Hier muss man dann auch schon "richtig arbeiten" bis alles geräumt ist.


    Man schafft es nicht, mühelos längere Strecken freizuschieben. Für einen Schneeschieber ist das Gewicht des Schnees zu hoch. Hier ist also immer wieder Schneeschaufeln angesagt.




    Geschrieben am 14.01.2026:

    Nach einer längeren Schneezeit gab es immer mal wieder ein paar "Tau-Tage", die aber von Nachtfrösten gefolgt waren.

    In Norddeutschland stand der ganze Bahnverkehr still und auf den Straßen gab es überall Winterunfälle durch überfrierende Nässe und Schneechaos.

    In ganz NRW gab es sogar einen Tag "schneefrei" an den Schulen. Die SchülerInnen bekamen an dem Tag "Distanzunterricht" und wurden online zu Hause unterrichtet.


    Für diese Woche ist Tauwetter angesagt. Ab der nächsten Woche soll der Winter jedoch zurückkehren.

    Mit Schnee muss man ja immer noch bis Ende Februar rechnen. Das "Schneeräumwerkzeug" muss also weiterhin griffbereit bleiben.