Wenn jemand verstorben ist, trauert man um ihn. Dieser Mensch fehlt jetzt im eigenen Leben. Jetzt muss man einen Weg finden, diesen Verlust zu verarbeiten.
Je näher die verstorbene Person dir stand, desto schwerer wird es, die Trauer zu bewältigen.
- Dafür gibt es kein Rezept, bei dem man sagen könnte "mach das und es geht dir wieder besser".
- Es gibt keine Erfahrungswerte, die man später einfach abrufen könnte.
- Man kann nur schauen, wie es andere gemacht haben oder "einfach machen".
- Man kann sich Trost und Hoffnung in der Religion holen
- Man kann sich psychologische Hilfe bei Fachleuten holen.
Wege, wie man die Trauer bewältigen könnte
Das komplette Wohnumfeld neugestalten
In einem neugestalteten Umfeld tauchen keine Erinnerungen mehr im Zusammenhang mit der verstorbenen Person auf.
Weckt auch das Leben außerhalb immer wieder schmerzliche Erinnerungen, kann durchaus auch in Umzug in eine ganz andere Gegend hilfreich sein.
Erinnerungsstücke aus dem täglichen Umfeld verbannen
Es geht nicht darum, dass man vergisst, sondern darum, dass man nicht in jeder Minute erneut an den Verlust erinnert wird.
Vorsicht, wenn man zwar alles beiseiteschafft, sich aber nicht endgültig davon trennt.
Immer, wenn man in Kontakt mit den Erinnerungsstücken kommt, flammt der Schmerz wieder so heftig auf, als wenn der Verlust gerade erst eingetreten wäre.
Ablenkung durch neue Aufgaben und durch Arbeit
Das tägliche Denken und Handeln sollte sich nicht mehr nur um die Trauer und den Verlust drehen.
Trauer muss sein. Sie darf aber nicht zum Lebensinhalt werden.
Die Zeit der Trauer ist vorbei, wenn man Erinnerungsstücke nicht mehr mit dem Verlust, sondern mit liebevollen Erinnerungen an eine frühere glückliche Zeit verbinden kann.
Psychologische Beratung und Selbsthilfegruppen
Psychologische Beratung soll helfen, genau das gleiche Ziel zu erreichen: Aus tiefer Trauer wird Erinnerung
Selbsthilfegruppen geben eine "Starthilfe" mit Tipps und Tricks, wie andere mit der Trauer umgehen und ihr Leben bewältigen.
Sie birgt jedoch die Gefahr, dass sie "zur neuen Aufgabe" wird oder dass man diese Gruppe als ein neues Lebensumfeld akzeptiert.
In dem Fall würde die Trauerzeit nie enden, weil sich die Trauer dann zum Lebenszweck entwickeln würde.
Hier sollte man also aufpassen, dass man sich nicht zu sehr oder lange an die Gruppe bindet.
In früheren Zeiten gab es ein "Trauerjahr".
Hinterbliebene Frauen/Männer trugen schwarze Trauerkleidung und erhielten in allen Lebenslagen Unterstützung aus ihrem nahen Umfeld.
Damals war Trauer aber noch eine Pflicht. Während des Trauerjahres durften Trauernde an keinen "Festitäten" teilnehmen.
Wenn das Trauerjahr vorbei war, erwartete man, dass die Trauerbewältigung abgeschlossen war.
Danach gab es kein besonderes Mitleid oder auch Hilfen mehr.
Weil das allgemein üblich war, wussten trauernde Hinterbliebene auch, wann für sie das ganz normale Leben wieder beginnen musste.
Sie bekamen also ein Jahr Zeit, sich ihr Leben komplett neu zu gestalten.