Früher durfte man noch Gartenabfälle trocknen und draußen verbrennen.
Diese "thermische Entsorgung" findet auch heute noch statt, ist jedoch privat schon lange verboten.
Überall auf den Dörfern wurde Kleinvieh gehalten
Ein Großteil der Biomasse konnte als gern gesehenes Futter an die Halter von Kaninchen, Hühnern und Schweinen abgegeben werden. Kostenloses Futter.
"Schöne gute alte Zeit", in der man die heutigen Entsorgungsprobleme nicht kannte *schnief*
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Solange der Garten "nur zum Anschauen" da war, gab es nur wenige Entsorgungsprobleme.
Alles wurde mit dem Rasenmäher so klein gehäckselt, dass auch großes Volumen in die kleine Biotonne passte. Die "Miste" nahm den Rest auf und lieferte auch noch schönen Humus für den Garten.
Sobald der Garten aber wieder bewirtschaftet wurde, nahm die anfallende Biomasse überhand.
Rasen entfernt und schon mussten Massen an Unkraut entsorgt werden. Pro Woche fiel mehr an, als überhaupt in die 120L-Biotonne passte.
Ganz kleingehäckselt reichte die Tonne dann doch gerade noch aus.
Mit der Bewirtschaftung fielen jetzt aber noch zusätzliche Bioabfälle an. Pflanzenteile, die man auf keinerlei Art verwerten kann.
Etwas konnte ich noch an den Betreiber eines Bio-Hühnerhofes loswerden, der wirklich noch "nur Natur" verfüttert.
Irgendwann konnte der aber auch nichts mehr davon gebrauchen.
Herbst 2023 ...
Die angefallene Biomasse war absolut zu viel geworden. Die Biotonne war immer voll.
Ich hätte die "Miste" entleeren und den produzierten Humus im Garten verteilen können. Sonst die Jahre war es immer gut, da ich immer einen Mangel an Gartenerde hatte.
Durch eine Umstrukturierung des Gartens waren aber viele Kubikmeter Erde angefallen, die ich jetzt zu viel hatte. Da konnte ich nicht noch zusätzliche gebrauchen.
Die letzte Lösung:
Alles wird entlang einer Hecke aufgestapelt. 2x1,5x1,5 Meter = 4,5 Kubikmeter.
"Über den Winter müsste ich es wohl schaffen, die über die kleine Biotonne zu entsorgen"
Erst rechnen, dann hoffen!
Selbst wenn die Masse auf die Hälfte zusammenfällt, sind das immer noch 18 Biotonnen., die in den nächsten 36 Wochen abgeholt werden würden.
Das hätte nie im Leben funktioniert.
Frühjahr 2024 ...
Der Komposthügel war schon zu einem großen Teil zu Erde geworden. Der Winter hatte da wohl kräftig mitgeholfen.
Ist natürlich jetzt mit Unkrauttrieben durchsetzt ... aber egal. "Damit kann man arbeiten".
Bio-Saisontonne bestellt. Kaum geliefert, wurde sie auch schon gefüllt. "Hurra endlich weg mit der Masse"
Was dann aber erst Monate später geschah 
Am Anfang war die zusätzliche Tonne "Luxus Entsorgung pur".
Danach begann die Wachstumszeit und sie war "gerade ausreichend" .. vor allem da wir mal etwas ganz anderes versuchten.
Saison-Biotonne oder Wertstoffhof
2025 ...
Das "ganz Andere" hatte nur für eine Verschiebung gesorgt. Was ich 2024 nicht hatte, fiel dafür 2025 noch zusätzlich an.
Sobald die Saison begann, waren jetzt alle Biotonnen immer bis oben hin gefüllt.
Hinzu kommt, dass das Wetter ein regelrechter Wachstumsbeschleuniger ist.
Kaum sind die Tonnen entleert, kann man sie auch schon am gleichen Tag wieder komplett mit Unkraut befüllen.
Büsche und Hecken schneiden = Nur für einen einzigen Schnitt fallen gleich 1000 Liter an Biomasse an.
Einmal den ganzen Rasen mähen = 240 Liter an Rasenabschnitt.
a) Ich muss mich mit Gartenarbeiten nach der dabei anfallenden Biomasse richten
- Die Hecken wurden jetzt erst geschnitten.
- Der Rasen wird sequentiell und jeweils nur einmal die Woche gemäht
b) Ich muss die Biomasse so im Garten einsetzen, dass sie unerwünschte Biomasse verhindert.
- Der Rasenabschnitt landet dort, wo ich kein Unkraut haben will.
- Je nach Hecke können die Abschnitte zum gleichen Zweck verteilt und eingesetzt werden
c) Ich muss manches auch einfach mal ignorieren können
Wenn überall die Rasenmäher dröhnen, bleiben meine Rasenmäher im Stall.
Nur vor dem Haus wird einmal die Woche mit dem kleinen Akku-Mähzwerg "drüber gehuscht".
Der Rest bleibt eine naturnahe Rasenfläche mit vielen kleinen Blümchen drauf.
d) Durch Änderungen im Garten kann man das Entstehen von Biomasse direkt verhindern
Vor dem Haus letztes Jahr von normalen Rasen auf Trockenrasen umgestellt. Da waren wohl nicht nur Grassorten, sondern auch Klee mit in der Mischung. Daher muss er wirklich kaum gemäht werden und wenn doch, dann gibt es recht wenig Biomasse, die entsorgt werden muss.
Eins meiner "Haupt-Biomasseprobleme" lässt sich also auch ganz gezielt und auch dauerhaft lösen.
Da der restliche Rasen dieses Jahr nicht vertikuliert wurde, werde ich beim nächsten Mal beim Vertikulieren "bis auf den Grund gehen".
Der Rasen lässt sich damit zwar nicht abtragen, aber wenn ich direkt Klee hinein säe, wird er langfristig die Oberhand gewinnen.
Einen Rasenabzieher zu mieten wäre zwar sehr viel sinnvoller.
Dabei habe ich aber dann aber eine Menge Biomasse, die ich nicht mehr entsorgt bekomme. Im Endeffekt muss alles bis auf 15-20cm Tiefe abgetragen werden, weil der Rasen schon Jahrzehnte steht.
Mit einem solchen Abzieher hat eine GaLaBau-Unternehmen bei einem anderen Haus mehrere Wochen nacheinander immer wieder erneut kommen können... und das nur, damit ein neuer Rasen eingesät werden kann .. den ich dann ja nicht mehr haben will.
Diese Aktion wird ... oder besser gesagt "sollte" ... dann wohl eins der letzten großen Experimente werden.
Damit enden dann auch alle Experimente von "Ratgeber im Garten".
Bin gespannt, ob wir dann endlich zu einem Garten übergehen können, bei dem dann alles bekannt und gesichert ist.
Nur noch die übliche Pflege, Ernten und ansonsten "einfach genießen"