Beiträge von Ratgeber

    Beispiel 1: Großbritannien

    Im "Vereinigten Königreich" (UK) sind die Inzidenzwerte schlagartig gefallen. Eigentlich gibt es keine vernünftige Erklärung dafür, warum das so ist.


    Im Spiegel hat jedoch ein Arzt eine gut nachvollziehbare Erklärung ...


    In GB wurden alle Auflagen fallengelassen. Dadurch sind die Leute gezwungen, sich selbst um ihren Schutz zu kümmern. Viele vermeiden lieber einen Kontakt zu anderen, als sich eventuell zu infizieren.

    Okay, kling plausibel, erklärt jedoch nicht den schlagartigen Rückgang der Zahlen.


    Da es keine Auflagen mehr gibt, gibt es auch keine Testpflicht mehr. Es wird also insgesamt und ganz allgemein viel weniger getestet. Trotzdem wird die Inzidenz, wie allgemein üblich, auch weiterhin pro 100.000 Einwohner gerechnet.  Weniger Tests = weniger erkannte Infektionen.

    Ja, auch das klingt plausibel und würde auch einen großen Teil erklären.


    Auch in UK ist gerade Urlaubszeit. Wer sich im Ausland befindet, lässt sich nicht in GB testen. Bei der Rückkehr gibt es auch keine Testpflicht.

    Ja, das könnte eine weitere große Menge an Personen sein, die infiziert sind, aber in GB unerkannt/unbekannt bleiben.


    Die guten Infektions-Statistiken des Vereinigten Königreichs könnten also durchaus nur die Folge von weniger getesteten Personen und dadurch nicht erkannten Fällen sein.

    .........

    Bei Statistiken kommt es immer darauf an, dass man die richtigen Daten und Bezugsmengen hat, damit man sie zielgerecht auswerten kann.


    Wird wenig getestet und alles auf "pro 100.000 Einwohner" hochgerechnet, hat man automatisch sehr geringe Werte. Selbst eine Quote von 100% positiv Getestete hätte kaum relevante Auswirkungen auf die Zahlen.

    Wird viel getestet, bekommt man eine Infektionsquote, die viel aussagekräftiger ist.


    Aktueller Stand 28.07.2021 wurden insgesamt 236.021.951 Tests gemeldet. Die Positiv-Quote liegt bei 2,4%. Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz liegt bei 337,5. Am 22.07. lag sie noch bei 492,1


    Beispiel 2: Die Niederlande
    Dort hat man die vorherigen Lockerungen sehr schnell wieder zurückgenommen und strenge Verhaltensregeln durchgesetzt. Mit den neuen Regeln, änderte sich auch die Infektionslage massiv


    Die Niederlande stehen bei 221,4. Am 22.07. standen sie noch bei 388,5

    Hier handelt es sich also weniger um statistische Zahlen, sondern eher um einen tatsächlichen Rückgang.... trotz vermehrten Tests.

    Heute wurde beschlossen, dass man ab dem 1. August nur noch mit einem negativen PCR-Test nach Deutschland einreisen darf. Ab dann gilt die Pflicht für jede Art von Fahrzeug/Reisemittel.

    Bei Autofahrern will man sich mit Stichprobenkontrollen begnügen. Die Stichproben können aber, entsprechend der Schleierfahndung auch bis zu 30 Km hinter der Grenze stattfinden.


    Nicht ganz eindeutig ist, ob auch Genesene und Geimpfte einen negativen Test vorweisen müssen. Das, und andere Aspekte sollen bis zum Inkrafttreten der Verordnung noch geklärt werden.


    Ursprünglich war so eine Verordnung erst für Mitte September geplant gewesen. Da man jedoch befürchtet, dass sich das Virus durch die Urlaubsreisewelle stärker verbreitet, hat man den Termin soweit vorgezogen, dass auch Ferienrückkehrer betroffen sein werden.

    Eine der Firmen, die ich früher einmal beraten habe, schrieb mich vor kurzem an. Bis dato hatte alles wunderbar geklappt. Durch die Epidemie sind ihr aber viele Kunden weggebrochen und das damalige Geschäftsprinzip funktioniert nicht mehr so gut.


    Wenn es dir mit deiner Firma ähnlich ergeht, stelle dir folgende Fragen.


    Habe ich noch das richtige Produkt ?

    Die Zeiten ändern sich und damit auch der Bedarf. Ein Autohändler würde Pleite gehen, wenn er sich der E-Mobilität verweigern würde.


    Habe ich noch die richtige Marke ?

    Manche merken es gar nicht, dass diverse Marken in Ungnade gefallen sind. Sie sehen nur, dass die Umsätze zurück gehen.


    Habe ich noch die richtige Zielgruppe ?

    Wenn man sich auf eine bestimmte Kundengruppe spezialisiert hat, kann es besser sein, sich auf andere zu konzentrieren.


    Habe ich noch die richtigen Vertriebswege ?

    Tante-Emma-Läden mussten Supermärkten weichen. Supermärkte liegen im Wettbewerb mit Discountern. Der Großhandel wendet sich zunehmend dem Endverbraucher zu.


    Habe ich das richtige Marketing ?

    Regional und auf eine bestimmte Kundengruppe bezogen, macht Telefonbuchwerbung vielleicht noch Sinn. Will man andere Kundengruppen und Regionen erschließen, ist sie jedoch nicht mehr sinnvoll.


    Habe ich den richtigen Firmenauftritt ?

    Der "Laden um die Ecke" ist bekannt, sollte jedoch nicht nur regelmäßig renoviert werden, sondern "sich immer wieder selbst neu erfinden". Das beste Beispiel sind die Discounter, die ihre Märkte zunehmend von "Warenabgabe von Palette" auf "Einkaufserlebnis" verändern.


    Habe ich noch das richtige Firmenimage ?

    Du warst einmal ein Spezialist von dem es nur wenige gibt und hast ein entsprechend hohes Ansehen genossen. Jetzt ist dein Ansehen gesunken, weil du nur noch einer von vielen bist.


    Wenn "das alte Prinzip" nicht mehr funktioniert, genügt es also nicht, dass man "einfach auf online umstellt". Es gibt oft mehr als einen einzigen Grund, der dafür sorgt, dass alte Vorgehensweisen nicht mehr den bisherigen Erfolg haben.

    Mittlerweile muss man die Sichtweise umkehren. Jeder hat die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Weit mehr als die Hälfte hat schon die erste Impfung erhalten. Jetzt sind also nicht mehr die Geimpften, sondern die Nichtgeimpften die Minderheit.


    Nach Vorbild einiger anderer Länder, will man nun mehr Druck auf die ausüben, die sich immer noch nicht zu einer Impfung entschlossen haben. In dem Zusammenhang wird überlegt, Geimpften alle Rechte zurück zu geben. Das war bisher eine der größten Forderungen der Gegner der aktuellen Maßnahmen.


    Parallel dazu sollen Nichtgeimpfte aber weiterhin/weitere Einschränkungen erhalten.

    Das würde dafür sorgen, dass viele Angebote nur noch von vollständig Geimpften genutzt werden könnten.


    Neben der Ungleichbehandlung ergibt sich noch ein weiteres Problem:

    Auch die über 60% Erstgeimpften wären betroffen, weil "getestet" nicht mehr zählt. Auch sie müssten also "draußen bleiben".


    Es wird eine politische Entscheidung werden, die nur damit durchgebracht werden kann, wenn man den Schutz der Nichtgeimpften als "vorrangiges Argument" glaubhaft machen kann.

    Ein junger Kollege hat sich eine Woche nach mir impfen lassen. Er wusste schon von meinen Impf-Nebenwirkungen und versuchte, sie auf seine individuelle Art zu verringern.


    Er hat den Arm direkt nach der Impfung absichtlich sehr stark bewegt, damit sich das Vakzin "möglichst schnell verteilt".


    Der Erfolg ?

    Er hatte einen stärkeren Muskelkater, der sich nicht verteilte, sondern genau auf den Impfbereich erstreckte.

    Für mich war es ganz logisch, dass der Muskelkater stärker wird, wenn man den Muskel noch mehr belastet. Natürlich bleibt der Muskelkater auf den Muskelbereich beschränkt.


    Da das Vakzin nur eine Bauanweisung war, war es nicht nötig, dass es sich möglichst weit im Körper verteilt. Der "Bauplan" muss nur an einer einzigen Stelle vorhanden sein, damit ihn der Körper "findet".

    Bei einem Vektorimpfstoff mag es anders sein, weil dieses wirklich ein deaktiviertes "Übungsvirus" für den Körper enthält.


    Aber auch bei ihm gab es am 4. Tag keinerlei Nebenwirkungen mehr.


    Im Wochenabstand werden demnächst einige Mitarbeiter in unserer Firma die zweite Impfung erhalten. Die Frauen in unserer Firma haben sich bisher noch nicht impfen lassen.

    In vielen Regionen gab es Überflutungen. Die Flutopfer brauchen Hilfe. Wenn man persönlich Hilfe leisten möchte, gibt es da aber mehr zu bedenken, als man es sich vielleicht vorstellen könnte.


    Probleme und wie/wo man helfen kann


    Sammelstellen für Hilfsgüter

    Die Sammelstellen für Hilfsgüter sind fast überall schon mit Sachspenden gefüllt. Die müssen erst einmal sortiert werden, damit man sie später an Betroffene weiter geben kann.

    Bis alles sortiert und abtransportiert wurde, können die Sammelstellen keine weiteren Sachspenden annehmen.

    Hilfe wird also nicht nur direkt vor Ort, sondern auch ganz weit entfernt benötigt. 

    Fragt also ruhig einmal bei einer Sammelstelle nach, ob dort Hilfe benötigt wird.


    Transporte von Hilfsgütern

    Wer selbst keine großen Fahrzeuge und/oder Anhänger hat, um bei den Transporten zu helfen, kann immer noch beim Beladen helfen. Auch da werden überall helfende Hände gebraucht.


    Wenn man daran denkt, dass man tatkräftig direkt vor Ort helfen könnte, sollte man gut überlegen, wie man Hilfe leisten kann.


    Sachspenden

    Die Sachspenden sollten natürlich voll funktionsfähig sein. Dann muss man die Sachen aber auch noch dahin bekommen, wo sie benötigt werden. Es genügt also nicht, zum Beispiel einen Schrank oder ein Sofa auszusortieren. Man muss dazu auch noch den Transport der Spende übernehmen bzw. organisieren.


    Wenn ihr daran denkt, ein Hilfspaket per Post/Paketdienst zu schicken:

    In den Überschwemmungsgebieten gibt es keine Paketzustellung mehr. Euer Hilfspaket wird also nicht dort ankommen, so es hin sollte.


    Arbeitskraft

    Bitte überlegt gut, ob ihr wirklich in der Lage seid, auch körperlich zu helfen. Manager werden nicht gebraucht. "Anpacker" sind nötig.

    Da hohe Seuchen- und Infektionsgefahr besteht, solltet ihr fit, gesund und am besten auch vollständig geimpft sein.


    Denkt auch daran, PSA dabei zu haben:

    - Durchstechsichere und ölfeste Arbeitsstiefel (S2 oder S3) damit Nägel oder Scherben nicht durch die Schuhsohlen stechen können.

    - möglichst schnittfeste/stabile Arbeitshandschuhe, damit ihr euch bei den Aufräumarbeiten nicht verletzt

    - Pflaster und andere Mittel zur Wundversorgung. Die kleinste Wunde kann sich sofort entzünden, wenn sie nicht direkt versorgt wird


    Bringt am besten auch gleich nötige/nützliche Werkzeuge mit. Es nutzt nichts, wenn für 20 Leute nur eine Schaufel zur Verfügung steht.

    Wenn ihr PSA übrig habt, bringt sie auch mit. Die Menschen in den Flutgebieten können sie auch gut gebrauchen.


    ACHTUNG:

    Das Wasser aus den Leitungen in den Überflutungsgebieten ist nicht trinkbar ! Es ist von Erregern aller Art belastet und muss deshalb vor dem Verzehr unbedingt abgekocht werden.

    Zum Händewaschen vor dem Essen sollte man auch nur abgekochtes Wasser benutzen, weil man sonst auf den "sauberen Händen" die schlimmsten Krankheitserreger haben könnte - die man dann zusammen mit dem Essen verzehrt.

    Bringt euch also auch Trinkwasser mit oder etwas, mit dem ihr Wasser (ohne Strom) abkochen könnt.



    Wie und wo kann ich erfahren, wo meine Spende oder Hilfe benötigt wird ?

    Genau DAS ist das größte Problem bei der persönlichen Hilfe.


    Ich hatte gestern den Entschluss gefasst, dass ich am nächsten Wochenende (in einer Woche) auch persönlich irgendwo helfen wollte. Da ich schon selbst ein Flutopfer war, habe ich eine leise Ahnung, was auf mich zukommen könnte.

    Ich weiß aber auch, dass viele ( bzw. die meisten) Straßen in die Überflutungsgebiete immer noch gesperrt bzw. zerstört sind. Manche Orte sind immer noch nicht erreichbar.

    Ich kann also nicht einfach hinfahren und loslegen.


    Ich habe ein Portal gefunden, auf dem man versucht, Hilfe-Suche und Hilfe-Angebote zu koordinieren

    https://www.unwetter-hilfe.org


    Da hat man erst einmal einen Überblick über die betroffenen Regionen und bekommt auch Links zu aktuellen Lageberichten.

    Wenn man dann seine eigene Postleitzahl eingibt, bekommt man auch annähernd die Entfernung zum eigenen Wohnort angezeigt.


    Ich habe mir das Portal aufgerufen und viele Anzeigen dort durchgelesen. Einige waren so bemerkenswert, dass ich sie einmal zeigen möchte.



    Hier werden 50 Helfer gesucht, die in den nächsten 23 Minuten erwartet werden.

    Die Vorlaufzeit ist viel zu kurz. Die Helfer stehen schließlich nicht "Gewehr bei Fuß", um sofort los zu fahren. :thumpd:



    Hier sucht ein Helfer eine Mitfahrgelegenheit ins Einsatzgebiet.

    Er ist bereit, fast 700 km zu fahren, um anderen Leuten Hilfe leisten zu können. :thumpup:


    Hier sehen wir das Problem, das ich oben schon erwähnt hatte: Die Sammelstellen sind voll und die Spenden müssen jetzt direkt von den Spendern zum Empfänger kommen.

    Leider sollen sie dann per Paketdienst gesendet werden. Nur weil der Absender direkten Kontakt zum Empfänger hat, kann dieser später (hoffentlich) irgendwohin fahren, um das Paket dann abholen zu können.


    Hier wieder das Problem, dass die Sammelstellen nichts mehr annehmen können.

    Faktisch eine komplette Wohnzimmereinrichtung soll verschenkt , muss aber auch noch transportiert werden.

    Der Spender sucht also faktisch einen großen Transporter, der fast völlig leer ins Krisengebiet fahren will. :heul:


    1 Tonne Lebensmittel und 5.000 Liter Trinkwasser suchen ihren Bestimmungsort.

    Der Materialwert des Trinkwassers ist geringer als die Spritkosten für den Transport. Sinnvoller wäre es, die Lebensmittel + die 5 leeren IBC-Container zu transportieren und die Container erst in der Nähe befüllen zu lassen.


    Nicht vergessen:

    Trinkwasser ist Leitungswasser, wie es in allen anderen Gegenden aus dem Wasserhahn kommt. Auch bei Hilfeleistungen sollte man an Effektivität denken. 5 Tonnen Wasser 400 Km zu transportieren, obwohl man es auch ca. 50 Km entfernt aus der Leitung abfüllen könnte ?

    Für solche Fälle kann man sich ein "spezielles Teil" bei der Feuerwehr holen und dann binnen kürzester Zeit die Container direkt aus der Hauptwasserleitung befüllen.


    Große Mengen an Getränken und Lebensmitteln. Alle einzeln abgefüllt und lange haltbar. Ideale Spende für Krisengebiete.

    Nach der Menge und dem Material zu schließen, scheint hier ein Lebensmittelgeschäft seine Vorräte anonym zu verschenken. :besser


    Eine enorme Hilfeleistung, die relativ nah dran ist und auch vielen Menschen helfen wird. :dk

    Gut geplant, genügend Vorlauf, hoher Bedarf. Besser geht es kaum noch :thumpup:


    Auch hier wieder eine enorme Hilfeleistung, die perfekt geplant und durchorganisiert ist. :dk:thumpup:


    Erneut eine gut organisierte Hilfeleistung von sehr hohem Wert und Bedarf. Gleichzeitig auch noch ein Dauereinsatz, um 250 Menschen eine ganze Woche lang versorgen zu können. :bedanken-ani::thumpup::2thumpup:


    Jetzt müssen sich nur noch Bedürftige melden, damit die Spender aller Art auch wissen, wo sie oder ihre Spenden benötigt werden.


    Und da ist das große Problem:

    Es gibt kaum Gesuche, auf die man reagieren könnte. Die sehr lobenswerten Spender von Lebensmitteln und sonstiger Versorgungsgüter sind dringend darauf angewiesen, dass sich jemand bei ihnen meldet.

    Sie stehen startbereit, müssen aber passiv bleiben.


    Die Überflutungsopfer haben keinen Strom, keine Geräte oder keine Zeit, um im Internet herum zu surfen, um nach Hilfsangeboten zu suchen und sich darauf zu melden.

    Für sie ist das Internet nicht hilfreich, weil sie keinen Zugang dazu haben.


    Dadurch ergibt sich aber ein weiterer Hilfsbedarf, der oft gar nicht erkannt wird:

    Druckt euch passende Hilfsangebote aus, bevor ihr zu einer Hilfsaktion fahrt. Zeigt den Hilfsbedürftigen die Angebote und nehmt nach eurer Rückkehr Kontakt zu den Hilfeleistenden auf.


    Ihr könnt als "reitender Bote" die Lücke zwischen Internet und realem Leben schließen. So kommen die Hilfen dort an, wo sie benötigt werden. Auch dieser Botendienst ist ungemein wichtig, dort wo es kein Internet gibt.


    Nein, vergesst, dass ihr überall mobil ins Internet kommen könnt. Da könnt ihr es wahrscheinlich nämlich nicht. Euer Handy ist dort wahrscheinlich nur ein nutzloses Stück Technik. Deshalb vorher ausdrucken oder abschreiben, damit ihr das Hilfsangebot auf jeden Fall dabei haben könnt.

    In den letzten 3 Wochen hat sich die Infektionslage extrem geändert. Noch am 1. Juli sah alles sehr positiv aus.


    Vor 3 Wochen hatte Namibia mit 495 die höchste Inzidenz der Welt.


    Stand 01.07.2021


    In den letzten beiden Tagen hat sich aber die Weltkarte immer stärker rot eingefärbt


    20.07.2021


    22.07.2021


    Schon nur 2 Tage haben dazu geführt, dass die 7-Tage-Inzidenz ganzer Länder "auf Rot gesprungen ist".

    Großbritannien stand vor 3 Wochen "noch" auf 196,4. Heute werden 489,3 verzeichnet.

    Libyen ist von 29 auf 252 gestiegen

    Finnland ist von 21 auf 41 gestiegen


    Weniger stark ist es NOCH in wenigen Ländern gestiegen.

    Deutschland ist von 5 auf 12,2 gestiegen

    Schweden von 15 auf 21

    "Sturmläuten" oder "Sturmschellen" hat nichts mit einem Sturm oder mit einer Türklingel zu tun. Es ist ein Begriff aus alten Zeiten, der sich bis heute in übertragenem Sinn erhalten hat.


    Eine ganz ausführliche Erklärung dazu findet ihr im Thema "Ich habe es läuten gehört"

    Kurzform: Es hatte mal damit zu tun, wie laut/lang die Kirchenglocken läuteten. "Sturmläuten" war früher einmal ein Gefahrensignal.


    Wer heute noch "Sturmläutet", macht es, weil es etwas ganz Dringendes gibt. Das macht man aber nicht mit irgendwelchen Schellen/Glocken.


    Wie geht "modernes Sturmläuten" ?

    Man sendet eine Nachricht immer und immer wieder ab, sodass sie der Empfänger auf jeden Fall mitbekommt.

    Alternativ ruft man immer wieder an.


    Wenn du also immer wieder die gleiche Rufnummer in deiner Anrufliste siehst, ruf sobald wie möglich zurück. Es scheint etwas ganz Dringendes zu sein.

    Wenn du immer wieder die gleiche Nachricht bekommst, nimm dir Zeit, sie auch mal zu lesen. Sie scheint so wichtig zu sein, dass der Absender es für sinnvoll gehalten hat, sie immer wieder zu senden.


    Wie kann man "unnötiges Sturmläuten" verhindern ?

    Es gibt leider Zeitgenossen, die selbst völlig Banales für extrem wichtig halten. Wenn die dir mit irgendetwas immer wieder auf die Neven gehen, kannst du das "sinnlose Sturmläuten" auch unterbinden.


    Stell den Dauernerver in deinem Messanger als "unwichtig" ein oder, dass dir eben nicht angezeigt wird, wenn von ihm eine neue Nachricht eingeht. So kannst du seine 300 Nachrichten "ich haben gerade Luft geholt" lesen, wenn du mal Lust dazu hast :P;)


    Stell dein Telefon so ein, dass es nicht laut schellt, wenn er anruft. Der Anruf kommt zwar noch durch, nervt aber nicht mehr so sehr.


    Wenn du den Kontakt absolut nicht mehr wünschst, blockiere den Dauernerver komplett. Das geht sowohl über Messenger als auch über Telefoneinstellungen. Dann muss er sich ein anderes Opfer suchen, weil er nicht mehr bei dir durchkommt.

    Heute bedeutet es nur, dass man schon von einem Gerücht oder Neuheit Kenntnis hat. Wie kam es aber zu dieser Redewendung ?


    Früher, als es noch keinen Strom und andere Technik gab, gab es kaum Möglichkeiten, viele Menschen gleichzeitig zu informieren oder zu warnen.


    In Städten gab es "Ausscheller"

    Das waren Bedienstete der Stadt, die eine Schelle/Glocke mit sich herum trugen und Anordnungen verkündeten. Sie suchten sich einen zentralen Platz auf , schwangen ihre Schelle und dann wusste jeder, der es hörte, dass es etwas Neues zu verkünden gab.

    Man ging hin und hörte es sich an und gab es dann auch wieder an andere Personen weiter. "Ich habe schellen gehört, dass ... "


    Der "Ausscheller" ging nach seiner Ankündigung zum nächsten Platz, schwang erneut seine Glocke und verkündete auch dort seine Neuigkeit.

    So konnte man die Bevölkerung einer Stadt relativ schnell über Neues informieren.


    Kirchenglocken hatten eine zentrale und überregionale Informations- und Warnfunktion


    Kirchenglocken rufen die Christen zum Gebet.

    Vor der sogenannten "Messe" erklingen die Glocken zweimal in bestimmten Abständen. In der Mitte der Messe erklingen sie in einer anderen Klangfolge. Ist die Messe beendet, erklingen sie ein letztes Mal.


    Kirchenglocken verkünden auch Todesfälle

    Wenn ein Christ gestorben ist, erklingt die "Totenglocke" und informiert damit alle über den Todesfall.


    Es waren Glockensignale, die man so regelmäßig hörte, das man jede Glockenklangfolge einer bestimmten Information zuordnen konnte.


    Wenn irgendeine große Gefahr drohte, wurden alle Kirchenglocken gleichzeitig erklingen gelassen.

    Das war dann ein solches Getöse und Lärm, dass man ihn nicht überhören konnte. Es war regelrecht ein "akustischer Sturm", der sich von den Kirchen aus verbreitete.


    Wenn die Glocken "Sturm läuteten", gab es irgendwo eine Gefahr !

    Man benutzte die Glocken, um Hilfe bei Großfeuern herbei zu rufen. Man benutzte sie in Kriegszeiten aber auch, um Hilfe aus anderen Städten anzufordern.


    Wenn die Glocken nur einer einzigen Kirche läuteten, war es eine lokale Gefahr, vor der nur innerhalb der Stadt gewarnt wurde.

    Wenn aber alle Kirchenglocken einer Stadt zu läuten beginnen, besteht für die ganze Stadt Gefahr und auch für andere Städte in der Umgebung.


    Bei überregionalen Flutkatastrophen oder wenn in einem Krieg Feinde gesichtet wurden, begannen die Kirchenglocken der ganzen Stadt zu läuten. 

    Jede Stadt, die das "Sturmläuten" mitbekam, ließ auch ihre eigenen Kirchenglocken erklingen. So verbreitete sich der Hilferuf oder die Warnung der ersten Stadt auch bei allen anderen Städten in der Region.

    Schon lange bevor eine Flutwelle oder ein Feind da sein konnte, war die ganze Region gewarnt und hatte sich entsprechend in Sicherheit bringen oder vorbereiten können.


    "Ich habe es läuten gehört" = Ich weiß Bescheid. Ich weiß von der Neuigkeit oder der Gefahr.