Fazit aus der ersten Test-Installation

  • Zuerst eine Beschreibung und Zusammenfassung der "Anlage":

    2018 hatte ich in mühevoller Handarbeit einen 1.000 Liter IBC-Container vergraben.

    Der Container hatte eine Holzpalette und wurde deshalb vor dem Einbringen rundum mit Folie eingestretcht, damit keine Feuchtigkeit an die Palette und den Alu-Käfig kommen sollte.


    In den Container wurde eine einfach Fasspumpe gestellt, die später das Wasser wieder heraus befördern sollte. Da die Einfüllöffnung des Containers, trotz der kleinen Pumpe, viel zu klein war, wurde sie soweit aufgesägt, bis die Pumpe hindurch passte.


    Nachdem der Container eingebracht war, wurde die Pumpe noch einmal korrigiert und ihr Ablauf nach oben geführt. Danach wurde der original Deckel des Containers aufgesetzt. Die kleine zusätzliche Öffnung des Containerdeckels wurde freigelegt und direkt da hinein wurde ein Zuleitungsrohr befestigt, das das Regenwasser in den Container leiten sollte.


    Zum Abschluss kam eine OSB-Platte drauf, die die Installation und den eigentlichen Container vor der später noch aufzubringenden Erde separieren sollte. Gleichzeitig sollte sie den Druck des Erdbodens großflächig verteilen.


    Im Nachhinein wurde noch ein zusätzliches Rohr eingebracht, das einen Peilstab aufnehmen sollte, mit dem man den Füllstand kontrollieren können sollte.

    ........

    Ein zweiter Reserve-Container wurde oberirdisch in einem anderen Bereich aufgestellt. Da er für den Zufluss zu hoch war, musste auch er etwas in den Boden eingelassen werden. Dieser Container war nur als Zusatzspeicher gedacht und enthielt daher keine besonderen Anschlüsse außer einem passenden Auslauf, an dem man einen Schlauch anschließen konnte.


    Der zweite Container wurde an ein schon bestehendes kleines "System" angedockt:

    Es besteht aus einem rechteckigen 300 Liter Behälter und einem 220 Liter Fass, das zur Hälfte im Boden eingegraben war.

    Der Überlauf des 300 Liter Behälters wurde an den 220er per einfachem Schlauch angeschlossen. Der 220er Behälter erhielt eine seitliche Bohrung, in der Schlauch des Containers führte.


    Im 300 Liter Behälter befindet sich eine ganz normale Tauchpumpe, die bei Bedarf in den halb eingegrabenen 220 Liter Behälter gestellt werden kann.


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    Im Frühjahr 2019 wurde der Erdcontainer an die Regenrinne einer Garage angeschlossen. Zeitgleich wurde der andere an eine halb so große Dachfläche eines Nebengebäudes angeschlossen.

    Nach den ersten Regenfällen kam der erste Test:

    Am Nebengebäude hatten rund 300 Liter Wasser gesammelt werden können. Diese wurden in den Container umgepumpt.

    Am Erdcontainer war kein Wasser angekommen, da "irgendetwas" die Verbindung des Zuleitungsrohrs getrennt hatte. Das ganze Regenwasser war dadurch an exakt eine einzige Stelle vor den Container auf den Boden geführt worden. Es muss sich also um rund 600-800 Liter Wasser gehandelt haben, das den Erdboden rund um den Container zu einem gefährlichen Sumpf gemacht und auch weggespült hatte.


    Nachdem der Fehler behoben war, konnte nun auch der Erdcontainer endlich Regenwasser sammeln.

    Leider begann jetzt aber schon eine Zeit, in der es weniger regnen wollte. In den nächsten Monaten wurde schon Regenwasser zum Gießen benötigt. Dadurch konnte das System am kleinen Nebengebäude insgesamt nur 900 Liter Regen sammeln, bevor es aufhörte zu regnen.

    Im Erdcontainer konnten bis dahin auch noch 800 Liter Regen gesammelt werden.


    Es war Ende Juni als die beiden Container wirklich zum Einsatz kommen mussten.

    Der Inhalt von Container 2 wurde einfach in den halb vergrabenen Behälter laufen gelassen aus dem es dann wieder in den hoch gelegenen 300 Liter Behälter gepumpt wurde. Das ganz normale Gewicht des Wassers reichte aus, um den Container so schnell zu entleeren als wenn man mit einer ganz normalen Wasserleitung arbeiten würde.


    Natürlich kann der Behälter nur soweit in den anderen Behälter entleert werden, wie der andere unterhalb steht. Die letzten 200 Liter mussten daher erst einmal ungenutzt im Container verbleiben. Um ihn heraus zu bekommen braucht man dann doch noch eine Pumpe. Da der Container aber nur diesen Sommer oberirdisch zum Einsatz kommen sollte, macht es nicht viel aus.

    .....

    Der Erdcontainer dagegen war bereits am endgültigen Standort und musste nun zeigen, wie nützlich er ist. Die kleine Fasspumpe ist stark genug, das Wasser so schnell heraus zu fördern als wenn man einen Wasserhahn ganz weit aufdreht.


    An einem Abzweiger kann man mit einem Handgriff regeln, wohin das Wasser befördert werden soll. 1 = Direktentnahme aus dem Container 2= Ein Schlauchsystem zu einem rund 20 Meter entfernten Bereich des Gartens wird aktiviert. Hier befindet sich eine weitere Entnahmestelle und ein Beregner.

    Natürlich können auch beide Kanäle parallel benutzt werden. Es ist ja nur ein einfacher mechanischer Umsteller.


    Die Fasspumpe kann über eine simple Fernbedienung gestartet werden, so dass man im Notfall den Garten auch auf Knopfdruck bewässern kann. Für eine spätere vollumfängliche Bewässerungsanlage liegen bereits Riesel- und Sprühschläuche, sowie weitere Beregner bereit.


    Fazit:

    Es macht sehr viel Arbeit und es geht wahrscheinlich nie wirklich ohne Probleme von statten. Natürlich kostete es auch einiges an Geld, bis man alles zusammen hat.


    Spätestens dann, wenn Wasserknappheit besteht - und sogar in manchen Orten das Bewässern des Gartens verboten wird - weiß man aber zu schätzen, dass man jederzeit auf kostenlose Reserven zurück greifen kann.


    Die Natur selbst hat aber auch etwas davon.

    Bei Dürre sterben nicht nur die Pflanzen ab, sondern auch Kleinstlebewesen gehen zu Grunde. Jedes Lebewesen braucht nunmal Wasser zum Leben. "Die paar Tausend Liter Wasser" die dann genutzt werden und den Boden feucht halten, ermöglichen ihnen weiterhin das Überleben bis hoffentlich dann bald der nächste Regen fällt.


    Lerneffekt aus diesem Jahr:

    Die Container müssen schon dann aktiviert werden, wenn es fast noch Winter ist, damit sie sich bis zur trockenen Jahreszeit genügend füllen können. In wieweit man das Wasser auch über den Winter aufbewahren kann, kommt darauf an und wie tief der Frost in den Boden dringt.

  • Wir haben nun Frühjahr 2020. Der erste Container steckt nun also nun schon bald zwei Jahre im Boden und ist bereit für seine 2. Gartensaison.


    Im Herbst stellte sich die Frage:

    Container leer pumpen oder nicht ? Wenn der Winter sehr hart werden würde, würde der Frost auch tief unten im Container ankommen.

    Wie gut steckt es ein Container weg, wenn sich darin ein 1.000 Liter Eisblock bilden würde ?

    Würde die ihn umgebende Erde genügend Gegendruck ausüben können, dass sie ein Platzen des Containers verhindern kann ?


    Diese Frage sollte mir der zweite Container beantworten, der immer noch oberirdisch im Einsatz war.

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    Im Herbst rechnete ich bereits mit den ersten starken Frösten und entleerte den oberirdischen Container daher sicherheitshalber.

    Der Frost würde zu dieser Zeit zwar heftig aber nicht dauerhaft sein. Der vergrabende Container wäre also nicht betroffen.


    Es stellte sich jedoch heraus, dass es in diesem Jahr keinen Frost gab, also wurde der oberirdische Container dann doch wieder angeschlossen.

    Mitte Januar kam dann wirklich eine kleine Frost-Serie. Zu der Zeit hatte der Container gerade einmal 400 Liter Regen sammeln können.


    Es bildete sich eine ca. 5 Zentimeter dicke Eisschicht im Container, die gegen die Wände drückte. Mit ein paar beherzten Tritten ließ sie sich auch von außen knacken. Damit sie sich nicht mehr erneut aufbauen konnte, ließ ich die 400 Liter "Eiswasser" ab und ließ ihn sich erneut füllen.

    Der Container in der Erde blieb weiterhin voll und unangetastet.


    Bis jetzt hat er schon wieder genügend Wasser gesammelt, dass ich auch das tiefer gelegtes Regenfass füllen konnte. +1000 Liter stehen jetzt also schon bereit für die nächste Gartensaison... aber da ist ja auch noch das 300 Liter "Fass", das auch "Futter haben will".

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    Zwischendurch habe ich aber auch den "Erdcontainer" benutzt. Ideal, um mal eben mit dem Hochdruckreiniger Pflaster und andere Sachen zu reinigen.

    Dazu musste ich einfach nur den Hochdruckreiniger an den Abfluss anschließen, die Containerpumpe starten, etwas warten und schon hatte ich nur die Kosten an Strom für die kleine Pumpe und den Reiniger. Wasser gab es kostenlos.


    Dann wieder den Zulauf geöffnet, damit der Erdcontainer auch wieder schön voll werden konnte.

    Der wartet jetzt also, bis zum Stehkragen voll, auf die neue Saison, die wahrscheinlich auch erst einmal wieder mit Reinigungsarbeiten beginnen wird.

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    Wer sich jetzt über die lange Füllzeiten wundert: 

    Der eingegrabene Container ist nur an einem Garagendach angeschlossen, das ca. 20 Quadratmeter groß ist.

    Für größere Regenwasser-Sammelflächen sind 1.000 Liter Container viel zu klein. Also muss man etwas Geduld haben und kann andererseits auch nicht weiter sammeln lassen, wenn es mal sehr viel regnet. Voll ist voll,


    Der oberirdische Container wird von einer ca. halb so großen Dachfläche gespeist. Durch die Zusatzbehälter kann er zwar viel mehr Wasser sammeln, aber die kleine Dachfläche gibt eben nicht so viel her. Auch hier gilt: Wenn voll, dann voll. Mehr geht eben nicht.

    ......

    Natürlich schwebt mir auch ein viel größeres "System" vor.

    Eine Reihe von mehreren untereinander verbundenen Containern, die unterirdisch von Herbst bis Frühjahr genügend Wasser für einen ganzen langen Sommer sammeln können.


    Dazu muss ich aber erst noch die Erfahrungswerte haben, wie tief der Frost dort im Winter in den Boden geht, damit die unterirdischen Container keinen Schaden leiden.


    Während ich endlich eine Möglichkeit gefunden habe, den Zulauf von einem schrägen Fallrohr an der Garage abzusperen, ist mir immer noch keine Idee gekommen, wie ich ganz bequem den Füllstand unterirdischer Container kontrollieren kann.


    Für einen einzelnen Container tut es noch der "Peilstab" mit seinen Markierungen.

  • Bei der "oberirdischen Installation" diente der große Container erst einmal als Puffer. Wenn die beiden kleinen Behälter gefüllt waren, wurde so viel wie möglich in den großen Container umgepumpt.


    Um das Wasser aus dem Container dann wieder nutzen zu können, reichte es, den Abfluss zu öffnen und einen damit verbundenen Schlauch an das halb eingegrabene Fass abzuschließen.


    Nach dem Prinzip der eustachischen Röhre wurde so das Fass immer wieder nachgefüllt - hatte jedoch das Problem, dass der kleine Behälter natürlich überläuft, wenn der Pegel im Container höher steht.


    Ein anderes Problem entsteht dadurch dass der Wasserdruck natürlich auch mit fallendem Pegelstand im Container immer weiter nachlässt. Ein voller Container füllt das Fas sehr schnell und sobald er weniger Inhalt hat, dauert es immer länger.


    Um den Inhalt des Containers komplett nutzen zu können, müsste er viel höher stehen oder das Fass müsste komplett im Boden versenkt werden. Höher stellen geht nicht, da es sonst kein Gefälle mehr zur Dachrinne hin gibt. Das Fass weiter eingraben ist praktisch nicht umsetzbar.

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    Das komplette Auffangsystem musste neu überdacht werden.


    Jetzt steht der Container an Position 1.

    Er sammelt jetzt das Regenwasser und nicht die kleinere 300 Liter-Einheit. In ihm befindet sich eine Tauchpumpe, die bis auf weniger Liter den ganzen Inhalt entnehmen kann.

    Nachteil: Wir haben einen Stromverbraucher mehr als vorher.


    An Position 2 steht jetzt das halb eingegrabene Regenfass

    Es wird durch den Container per Pumpe gefüllt und dient als kleiner Zwischenspeicher, aus dem man auch ohne Container den Hauptentnahmebehälter nachfüllen kann.


    An Position 3 steht nun der vorherige Hauptbehälter

    Er wird aus dem kleinen Erdfass nachgefüllt, kann aber auch direkt aus dem Container befüllt werden, indem man den entsprechenden Pumpenschlauch einfach herüber legt.


    Der 300-Liter-Behälter am Schluss stellt die Entnahmeeinheit dar. Deckel auf, Gießkanne eintauchen und füllen. Das war es.

    Erst wenn dieser Behälter fast leer ist, muss neues Wasser zugeführt werden.

    Zum Nachfüllen stehen 1.200 Liter auf Reserve in den beiden anderen Behältern bereit.

    Das Nachfüllen geschieht dadurch, dass man einfach den Stecker der jeweiligen Pumpe einsteckt, aus dem der entsprechende Behälter nachgefüllt werden soll.


    Natürlich ist weder das Prinzip, noch der Aufbau ideal.

    Bei einem "idealen Prinzip" wären alle Behälter gleich groß. Nach dem Prinzip der eustachischen Röhren würden sie sich automatisch gegenseitig selbst befüllen.


    Damit würde aber am Ende noch Wasser verbleiben, das man nicht nutzen kann, weil der Pegel in allen Behältern zu tief steht, um daraus noch eine Kanne füllen zu können.


    Alle Behälter müssten von der Höhe so versetzt zueinander stehen, dass auch der letzte Rest aus dem höheren Behälter in den letzten fließen kann. Auch der Entnahmebehälter müsste so hoch stehen, dass man unter ihm noch eine Kanne/Eimer zum Befüllen stellen könnte.


    Ich würde also eine "Container-Treppe" brauchen und am Ende dann noch den Wasserablauf gegen unbefugte Benutzung oder Streiche sichern müssen.

    Wenn am Ende der Wasserhahn geöffnet wird, könnte man sonst den Inhalt aller Container gleichzeitig ablaufen lassen.

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    Aber selbst wenn das alles korrekt berechnet und gesichert ist ...

    Der "unterste Container" mit dem Wasserhahn würde ca. 50 cm hoch stehen müssen. Das Podest muss eine Tragkraft von mindestens 1,1 Tonnen haben.


    Der nächste Container müsste wieder einen eigenen Podest haben und wieder ein paar Zentimeter höher stehen.

    Ich hätte am Ende also einen rund 4 Meter langen Podest aus Beton da stehen, der weit über 2 Meter hoch ist.


    Um den überhaupt befüllen zu können, müsste ich erst einmal noch den Anbau aufstocken, damit das Dach oberhalb dieser Höhe ist.


    Eine Container-Wand mit den Maßen 4 x 1 x 2 Metern würde fast die gleichen Maße wie der Anbau haben. So etwas würde ich mir nie zusätzlich gut sichtbar in den Garten stellen wollen.


    Da der offen stehende Container aber sowieso nur eine Übergangslösung sein sollte, ist es noch zu verschmerzen, wenn man mit zwei Pumpen arbeiten muss.


    PS:

    Die eckige 300 Liter Regentonne ist nach nur 3 Jahren undicht geworden. Genau dort, wo zwei Metallstangen den Druck auf die Wände verringern sollen, ist der Behälter spröde geworden und lässt Wasser ab.


    Der Fehler ist nicht zu reparieren und nur dadurch zu überbrücken, dass eine der Stangen entfernt wird. Im "nächsten Aufbau" wird also auch dieser Behälter versenkt werden müssen, um ihn noch weiterhin nutzen zu können.

    Ein baugleicher Behälter ist schon neu angeschafft und wartet auf seinen Einsatz.


    Wahrscheinlich wird später einmal doch eine kleine Version der miteinander verbundenen Behälter entstehen, die dann jedoch versenkt im Boden stehen und nicht zu sehen sind.

    Vorteil: An dieser Stelle wird der Garten nicht betreten oder anderweitig genutzt. Die Behälter müssen also keinen Druck von oben aushalten.