Wechselstrombatterien; Spannungsabfall

  • Es ist zwar nicht der 1. April, aber das scheint bei Azubis im Physikbereich dennoch ein beliebter Aprilscherz zu sein - zumindest weiss ich, dass ich nicht der Erste bin/war, der darauf hereingefallen ist.


    Es begab sich während meiner Ausbildungszeit (Galvaniseur), dass ich losgeschickt worden bin mit dem Auftrag, von den betriebseigenen Elektrotechnikern 3 kg Spannungsabfall und eine 5 Volt Wechselstrombatterie zu besorgen.


    Dazu ein paar grundlegende Informationen:


    1. es gibt keine Wechselstrombatterie. Batterien liefern grundsätzlich IMMER Gleichstrom. Das bedeutet, dass die Polarität +/- nicht wechselt.


    Zusatzinfo (die grundsätzlich nichts mit Batterien zu tun hat):


    Wer mal ein Typenschild von einem Haushaltsgerät gesehen hat, weiss, dass dort Angaben zu finden sind wie: 230V ~ 50 Hz


    Was bedeutet DAS nun wieder?
    Die Hertz-Zahl besagt, dass unsere 230V Steckdose 50x die Sekunde die Polarität wechselt.



    Machen wir aber weiter und gehen auf den Spannungsabfall ein - es handelt sich hier NICHT um Abfall in Form von Müll (und ist somit auch nichts, das sich in kg messen oder gar holen lässt ).


    Aber ich bin jetzt mal "zu faul", die eigentliche Bedeutung vom Spannungsabfall selber zu erklären, und befrage einfach mal Wikipedia:



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    Wer also losgeschickt wird, Spannungsabfall oder Wechselstrombatterien zu holen, sollte einmal auf den Kalender schauen. "Welches Datum haben wir eigentlich heute?".


    Die Kunst dabei, auf sowas nicht reinzufallen, besteht darin, überhaupt an das Datum zu denken, bevor man unbehelligt losmarschiert. ;)

    "Ich weiß nicht, wer mich in die Welt gesetzt hat, und auch nicht, was mein Körper, meine Seele, meine Sinne und jener Teil meines Ichs sind, der denkt. Ich sehe überall nur Unendlichkeiten, die mich wie ein Atom und wie einen Schatten einschließen." (Blaise Pascal)

  • Solch einen Spaß gibt es auch in anderen Bereichen.

    Zitat

    Hol mir mal ne Tüte Zündfunken, eine Dose Anlassfarbe und einen rechts abgesetzten Drandrehmeißel.


    Sachen gibts. :D :wand:

  • Was es sonst noch alles gibt an sinnlosen Sachen, die man (s)einen Azubi holen lassen kann, kann man hier nachschlagen.

    "Ich weiß nicht, wer mich in die Welt gesetzt hat, und auch nicht, was mein Körper, meine Seele, meine Sinne und jener Teil meines Ichs sind, der denkt. Ich sehe überall nur Unendlichkeiten, die mich wie ein Atom und wie einen Schatten einschließen." (Blaise Pascal)

  • Dazu kann ich noch eins hinzufügen, was im Link noch nicht erwähnt wurde


    Dezibel-Limitter


    Dazu gibt es sogar noch eine kleine Geschichte von mir ....
    Wir mussten einmal in einer "Erlebnisgastronomie" eine komplett neue Soundanlage einbauen.


    Die Berechnungen der Impendanzen und Lautsprecher waren relativ aufwendig, da mehrere Hundert Lautsprecher verschiedener Leistungsklassen und Arten in diversen Räumen eingebaut werden mussten. Überall sollte automatisch eine entsprechende Lautstärke ankommen.
    Die komplette Steuerung alle Lautsprecher gleichzeitig geschah übe einer einzige Endstufe (Hauptverstärker) . Das DJ-Pult stellte dann die Ansteuerung der Geräte (Turn-Tables, Rechner, Mikrofone usw) und die Lautstärkeregelung dar.


    So eine umfangreiche stationäre Anlage muss natürlich auch offiziell abgenommen werden. Dazu gehört auch eine Lautstärkemessung, damit die Gesamtanlage nicht die gesetzlich zulässigen Dezibel-Werte überschreitet .


    Nachdem in mühsamer Arbeit endlich viele Kilometer Kabel verlegt und unzählige Speaker installiert worden waren erfolgte der Test. Leider durchgefallen.
    Der am Test teilnehmende DJ berichtete danach:

    Zitat

    "Die Polizei hat verlangt, dass ein Dezibel-Begrenzer eingebaut wird. Ohne den wird die Anlage nicht zugelassen"


    Na endlich ein Bauteil, das keine Mühe machte und wir nicht noch gesondert bestellen mussten.
    Ein Handgriff und er war drin . "Kannst anrufen. Jetzt ist alles in Ordnung"


    Ein "Dezibel-Begrenzer" ist nur eine Lautstärkebegrenzung , die verhindert, dass eine Anlage lauter als zulässig eingestellt werden kann.
    In unserem Fall war es einfach. Wir brauchten nur am DJ-Pult alles auf Maximum stellen und die maximale Lautstärke an der Endstufe auf den zulässigen Lautstärkepegel einstellen. Der "Dezibel-Begrenzer" war einfach die Lautstärke der Endstufe.
    Danach den Volume-Regler entfernen und das Poti mit einem Klecks Heißkleber fixieren. Jetzt war die Lautstärke dauerhaft auf diesen Wert begrenzt. Die Anlage konnte danach nie wieder lauter als zulässig gestellt werden .


    "Dezibel-Begrenzer" sind ein Hoax , der trotzdem oft geglaubt wird .. weil manchmal sogar Lautstärkeregler unter diesem Begriff angeboten werden

  • Ich hatte mal nen ganz normalen Discman, der - ich glaub das war im Batteriefach - einen Schalter dafür eingebaut hatte.


    Nannte sich "Volume Limit" oder so ... Schalter aus, Discman spielte in der vollen verfügbaren Lautstärke. Volume Limit an - konntest den Lautstärkeregler voll aufdrehen, war trotzdem begrenzt.

    "Ich weiß nicht, wer mich in die Welt gesetzt hat, und auch nicht, was mein Körper, meine Seele, meine Sinne und jener Teil meines Ichs sind, der denkt. Ich sehe überall nur Unendlichkeiten, die mich wie ein Atom und wie einen Schatten einschließen." (Blaise Pascal)